Start Feuilleton Kultur Falcos Persönlichkeitsrechte durch THC-Song verletzt?

Falcos Persönlichkeitsrechte durch THC-Song verletzt?

Mit „HC is back!“ hat das Team HC Strace seinen Wahlkampfsong veröffentlicht. Dieser bringt jedoch aufgrund der genutzten Mittel mögliche rechtliche Konsequenzen mit sich.

Wien. Am 1. Oktober veröffentlichte das Team HC Strache seinen Wahlkampfsong, in dem es um die Stimmen der Wienerinnen und Wiener für die Wahlen am kommenden Sonntag wirbt. So weit, so wenig überraschend, sind doch Heinz Christians Straches „Rap Skills“ auch über die Grenzen Österreichs bekannt und vielfach Gegenstand von Spott. Doch der heuer präsentierte Wahlsong schafft es nicht deswegen in die Medien. Das Team HC Strache lässt ihren Spitzenkandidaten im jetzigen Song nur mit wenigen Zeilen selbst ans Mikrofon. Für Aufregungen sorgt, dass die Liste sich österreichisches Kulturgut zunutze macht. Wenn man nicht auf den Text des Liedes achtet, hat man fast das Gefühl, man würde die vor 22 Jahren verstorbene österreichische Musiklegende Falco hören.

Falco-Privatstiftung klagt

Dies ging nicht nur unserer Autorin so, nein, die Falco-Privatstiftung verkündet in einer Aussendung rechtliche Schritte zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Künstlers. Hier halten sie fest, dass der Song „HC is back!“ „unverkennbar Stimmlage, Tonfall, Sprachmelodie und Dialekt“ von Falco imitierte, und hierüber versuche sich den Wiedererkennungswert von Falco für ihre politischen Zwecke, für die Agitation zu nutzen. Es heißt weiter, dass sich die Stiftung gegen deine solche politische Vereinnahmung verwahre.

Ein echter Wiener geht nicht unter

Neben dieser Nutzung des nach wie vor anhaltenden Kults um Falco in Österreich und auch international bedient sich der Song auch Anspielung an Kultserien wie „Ein echter Wiener geht nicht unter“. Aus einer Marketingperspektive erscheint dies ein schlauer Schachzug, da sich viele Wienerinnen und Wiener diesen Kulturgütern verbunden fühlen und positive Gefühle mit ihnen assoziieren. Gleichzeitig wirkt dies für eine bewusste Zuhörerin und einen bewussten Zuhörer schlicht dreist und plump.

Auch die Verkündung von Strache, dass er den Mächtigen Dampf machen würde, und viele andere Versprechungen im Song scheinen mehr realitätsfern als alles andere. Also unabhängig von der Nutzung österreichische Kultur für seine Zwecke bleibt am 11. Oktober zumindest in Ottakring nur eine sinnvolle Wahl für die Werktätigen, die Partei der Arbeit (PdA).

Quelle: ORF

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