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Sieben tote Bergleute nach Minenunglück in Mexiko

Im Norden Mexikos starben sieben Arbeiter nach dem Einsturz und der Überschwemmung einer Kohlemine – die Sicherheitsbedingungen waren unzureichend.

Saltillo. Im mexikanischen Bundesstaat Coahuila war es bereits vor einer Woche zu einem Grubenunglück gekommen – nun herrscht Gewissheit, dass alle seither vermissten Bergleute tot sind, da ihre Leichen geborgen wurden. Die sieben Opfer im Alter zwischen 20 und 55 Jahren waren infolge von Überschwemmungen in der Kohlemine bei Las Rancherías (Múzquiz) unter Tag eingeschlossen worden und sind im eindringenden Wasser ertrunken.

Häufige Grubenunglücke durch Sicherheitsmängel

Der nicht allzu große Bundesstaat Coahuila ganz im Nordosten Mexikos, an der Grenze zu Texas, ist der wichtigste Kohleproduzent des Landes. Grubenunglücke sind in dieser Region allerdings keine Seltenheit, Aufsehen erregten in der Vergangenheit etwa die Ereignisse von Pasta de Conchos mit 65 Toten im Jahr 2006 oder von Binsa mit 14 Toten im Jahr 2011. In den Minen von Coahuila sind die Sicherheitsvorkehrungen oft miserabel. Dies gilt auch im aktuellen Fall, wenngleich sich die Behörden auf eine Naturkatastrophe ausreden wollen: Doch warum wurde trotz heftiger Regenfälle und Überschwemmungen in der Mine von Las Rancherías überhaupt weitergearbeitet?

Die Bergarbeiterorganisation „Pasta de Conchos“, die 2006 nach dem Minenunglück am gleichnamigen Ort gegründet wurde, erhebt jedoch auch weitere Vorwürfe: Sie habe bereits im September des Vorjahres vor den unzureichenden Sicherheitsbedingungen in der Mine von Las Rancherías gewarnt – dies betraf u.a. Notfallausrüstung, Belüftung und Bergungsequipment. Tatsächlich wurde die Mine im Oktober 2020 geschlossen und behördlich inspiziert, im Dezember wurde sie jedoch wieder geöffnet, mit der Versicherung der Behebung aller Mängel. 

Kapitalismus geht über Leichen

Es erscheint fraglich, ob dies tatsächlich ausreichend geschehen ist. Den Bergbaukonzernen sind ihre kapitalistischen Profite eben wichtiger als das Leben der Minenarbeiter. Bessere Sicherheitsvorkehrungen oder die Einstellung der Arbeit bei Unwettern bedeuten für das Kapital höhere Kosten, die seine Gewinne reduzieren würden. Ein paar tote Bergleute scheren die Konzerne hingegen nicht, denn sie sind angesichts der hohen Arbeitslosenrate leicht ersetzbar. Dies ist die düstere Wahrheit der rücksichtslosen kapitalistischen Ausbeutung – und der eigentliche Grund für das „Unglück“ von Las Rancherías.

Die Opfer der kapitalistischen Profitmaximierung haben Familien und Namen, die im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung nicht vergessen werden sollen. Im Falle von Las Rancherías sind es: Mauricio Cortés, Humberto Rodríguez, Damián Ernesto Robles Arias, Gonzalo Cruz Marín, Leopoldo Méndez Sánchez und Francisco Briseño. Das siebente Opfer ist noch nicht identifiziert.

Quelle: ORF

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