HomeKlassenkampfKV-Verhandlungen im Handel: Ab Montag sollen Arbeitskämpfe verschärft werden

KV-Verhandlungen im Handel: Ab Montag sollen Arbeitskämpfe verschärft werden

Die anhaltende Unzufriedenheit und die Wut der Kolleginnen und Kollegen im Handel ist mehr als verständlich. Auch die letzte Verhandlungsrunde scheiterte ergebnislos. Am Montagmorgen wollen deshalb die Beschäftigten in Graz und Oberösterreich ihre Stimme erheben, um gegen das unzureichende Angebot der Arbeitgeber zu protestieren.

Die Gewerkschaft GPA hat angekündigt, dass die Proteste nicht nur die Geschäfte betreffen werden; auch öffentliche Bereiche wie die Wiener Straße und die Weinzöttlstraße sollen in den Aktionen einbezogen werden. Damit soll der Arbeitskampf, der bereits in den Wochen zuvor durch Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Warnstreiks begleitet wurde, ein weiteres Mal verschärft werden.

Der sechste Versuch, einen neuen Handelsangestellten-Kollektivvertrag zu verhandeln, endete nachdem die Gespräche Samstagnacht abermals scheiterten. Die Gründe für das Scheitern wurden von der Wirtschaftskammer auf „wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ zurückgeführt. Diese Begründung stößt bei den Gewerkschaften auf harsche Kritik, insbesondere angesichts einer Inflationsrate von 9,2 Prozent von Oktober 2022 bis September 2023.

Die Arbeitgeber präsentierten ein Angebot von 8 Prozent plus 10 Euro, während die Gewerkschaft einen sozial gestaffelten Gehaltsabschluss zwischen 8,58 und 9,38 Prozent vorschlug. Die WKÖ-Bundessparte Handel empfiehlt nun ihren Mitgliedsbetrieben eine freiwillige Erhöhung der Mindestgehälter um 8 Prozent. Eine Maßnahme, die von der Gewerkschaft kritisiert wird, da sie keine rechtliche Sicherheit biete.

Vom wiederholten Scheitern der Verhandlungen sind nicht nur die 430.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel, sondern auch 150.000 Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen, denen bisweilen eine angemessene Lohnerhöhung verwehrt wird. 

Auch weiterhin gilt es, volle Solidarität mit den Beschäftigten im Handel zu zeigen. Die Forderung nach einer angemessenen Lohnerhöhung, die zumindest die massive Inflation abdeckt, ist das Mindeste. Die angekündigten gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen sind legitim und sie bleiben notwendig, um nicht mit faulen Kompromissen abgespeist zu werden.

Quelle: ORF

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