HomeInternationalesLuftraumkonfrontation zwischen australischem und chinesischem Militärflugzeug

Luftraumkonfrontation zwischen australischem und chinesischem Militärflugzeug

Von der neuen australischen Regierung kommen erstmals Vorwürfe über angebliches Fehlverhalten eines chinesischen Flugzeugs bei einem Manöver über dem Südchinesischen Meer.

Canberra. Laut australischem Verteidigungsminister Richard Marles soll ein chinesischer Kampfjet vom Typ J‑16 am 26. Mai versucht haben, eine Maschine der Royal Australian Airforce abzufangen. Das australische „Aufklärungs-“, d.h. Spionageflugzeug vom Typ P‑8 soll von einer Maschine der Volksbefreiungsarmee bedrängt worden, von Diffusionsspreu getroffen und in eine „offensichtlich sehr gefährliche“ Situation geraten sein. Anscheinend ging dem Zwischenfall auch eine Warnung via Leuchtsignal seitens des chinesischen Abfangjägers voraus. Die Besatzung des australischen Flugzeugs konnte nach dem Vorfall unversehrt zu ihrem Stützpunkt zurückkehren

Dieser Zwischenfall markiert den ersten Kontakt zwischen der chinesischen und australischen Luftwaffe, seit sich die neue sozialdemokratische Regierung in Canberra mit 23. Mai im Amt befindet. Aufgrund der sich zuspitzenden Lage in der geopolitischen Rivalität im Südchinesischen Meer und in der Frage um die Zukunft Taiwans sowie anderer chinesischer Inseln ist davon auszugehen, dass sich solche Zwischenfälle bzw. die einschlägige Berichterstattung darüber mehren werden. Auch in diesem Fall fehlt es noch an einer ausgewogenen Betrachtung – von Seiten Chinas gibt es zum Vorfall bis dato keine offizielle Stellungnahme. Somit bleibt auch die Frage im Raum, was das australische RAAF-Flugzeug eigentlich im Luftraum über dem Südchinesischem Meer zu suchen hatte und inwiefern die Reaktion des chinesischen Abfangjägers zu erklären ist. 

Feststeht, dass sich Australien als Verbündeter der USA gegen die chinesischen geopolitischen Interessen stellt und stellen wird und in seiner Rolle als AUKUS-Bündnispartner sowie in enger Zusammenarbeit mit Japan und den USA bestrebt sein wird, die chinesischen Ansprüche auf Taiwan und die Seehandelsrouten im Südchinesischen Meer zurückzuweisen. Somit werden auch in Zukunft derartige Meldungen über Konfrontationen der konkurierenden Streitkräfte und Staaten mit großer Vorsicht zu genießen sein. Wie gut und perfide die antichinesische Propaganda seitens der Mächte, die sich an den US-Imperialismus klammern, funktioniert, ist hinlänglich bekannt.

Quellen: Al Jazeera / ORF / Handelsblatt

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