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Zuspitzung im östlichen Mittelmeer

Die Auseinandersetzung zwischen Griechenland und der Türkei um Erdgasvorkommen im Ostmittelmeer droht zu eskalieren. Auch der EU- und der US-Imperialismus haben ihre Finger im Spiel, die NATO ist gewissermaßen gespalten.

Athen/Ankara. Der schwelende imperialistische Widerspruch zwischen Griechenland und der Türkei spitzt sich weiter zu, nachdem die Türkei seit einigen Wochen nach Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer sucht. Die Türkei argumentiert, dass die vorgelagerten griechischen Inseln zwar eine Hoheitszone, aber keine ausschließliche Wirtschaftszone begründen würden. Der griechische Staat wiederum hält diese Erkundungen nach Maßstäben des UN-Seerechtsvertrags für illegal. Die Türkei hat diesen Vertrag allerdings nie unterzeichnet, ebenso wenig wie zahlreiche andere Staaten, darunter die USA. Nun verstärken beide Staaten ihre Militärpräsenz vor Ort und führen umfangreiche Manöver durch.

Der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei ist auch ein Konflikt innerhalb des imperialistischen Bündnisses NATO. Auch in der EU gibt es zu dieser Frage kein einheitliches Vorgehen: Während sich Frankreich bereits auf der Seite von Griechenland positioniert hat, versucht der deutsche Außenminister, zwischen den beiden Konfliktparteien zu vermitteln. Frankreich und Italien haben bereits eigene Kriegsschiffe geschickt, um sich den griechischen sowie zypriotischen anzuschließen.

Die kommunistischen Parteien beider Länder, KKE und TKP, betonen in gemeinsamen Erklärungen, dass dieser Konflikt nichts mit angeblichen Widersprüchen zwischen dem griechischen und dem türkischen Volk zu tun hat, wie es die nationalistische Propaganda zu behaupten versucht, um gegenseitigen Hass zu schüren. In Wahrheit geht es um die ökonomischen Interessen konkurrierender Kapitalgruppen.

Quelle: ORF

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