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Zwei weitere politische Morde in Kolumbien

Die blutigen Repressionen gegen frühere FARC-EP-Kämpferinnen und Kämpfer sowie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Kolumbien finden kein Ende. Binnen weniger Tage wurden Friedensvertrags-Unterzeichnerin Blanca Rosa Monroy und Gewerkschafterin Maria Lopez Cordon hinterhältig ermordet.

Bogotá. Die frühere FARC-Kämpferin Blanca Rosa Monroy wurde vergangene Woche Opfer eines tödlichen Überfalls. Kaum eine Woche vorher wurden die Gemeinderatsmitglieder und Gewerkschafter Maria Lopez Cordon und Rigoberto Cabanzo Arévalo in der Gemeinde Caño Lindo von einer bewaffneten Bande angeschossen. 

Unterzeichnerin des Friedensvertrags

Monroy wurde während einer Zusammenkunft in Pereira ermordet, sie war eine der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Friedensvertrags von 2016. Mit ihrem Tod stieg die Zahl der im Jahr 2021 getöteten Unterzeichnerinnen und Unterzeichner auf 36. Das kolumbianische Institut für Entwicklungs- und Friedensstudien (INDEPAZ) berichtet, dass Monroy während eines Treffens im Departement Pereira ermordet wurde. Nachdem sie in den Milizen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee (FARC-EP) gekämpft hatte, befand sie sich zuletzt im Prozess der Wiedereingliederung ins Zivilleben.

Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden gab indessen bekannt, dass in Kolumbien von 2017 bis heute 283 ehemalige FARC-EP-Mitglieder getötet worden sind. Abgeordnete der Partei Comunes (Gemeinsam) und feministische Aktivistinnen zeigten sich besonders erschüttert über die Ermordung Monroys und verlangten eine genauere Untersuchung des Mordfalls. Die Senatorin Sandra Ramirez forderte einen Abbruch der dauernden Repressionen, denen sich die Partei, ihre Vorfeldorganisationen und das gewerkschaftliche Spektrum in Kolumbien ausgesetzt sieht: 

„Wir lehnen die Ermordung der Friedensunterzeichnerin Blanca Rosa Monroy ab. Wir begleiten ihre Familie und Freunde in ihrem Schmerz. Stoppt den Völkermord! Nicht eine weniger! Wir wollen Frieden!“

Maria und Rigoberto

Kaum eine Woche zuvor, am 29. August, wurde das Gewerkschafterpaar Rigoberto Cabanzo Arévalo und María Dorfenis López Cordón, als sie mit dem Motorrad in Richtung ihres Hauses im Dorf Caño Lindo im Departement Meta fuhren, von bewaffneten Unbekannten angeschossen. Die 38-jährige María kam nicht lebend davon, während Rigoberto schwer verletzt wurde. Die Unbekannten entkamen, ehe sie identifiziert werden konnten.

Beide waren Mitglieder des Gemeinderats von Caño Lindo und Mitglieder der Unabhängigen Landarbeitergewerkschaft von Meta (Sintagrim), die mit der bekannteren Landarbeitergewerkschaft Fensuagro zusammenhängt. Fensuagro sieht sich als eine der am häufigsten von mörderischer Gewalt betroffenen Gewerkschaften in Kolumbien, in der Tat wurden seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens Ende 2016 beinahe 35 ihrer Mitglieder ermordet. Sintagrim erklärte in einer Stellungnahme, dass „jeder Akt der Gewalt gegen die Bauern in der Region entschieden abzulehnen“ sei und erinnerte an den im vergangenen Dezember in der Region Nariño ermordeten Gewerkschafter Omar Moreno. Sie forderte die Behörden außerdem auf, für rasche Ermittlungen zu sorgen, um einerseits die materiellen Angreifer und andererseits die geistigen Urheber des Mordes zu identifizieren.

Quelle: telesure / justiceforcolumbia

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