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Inflation in Euro-Zone auf Rekordhoch

Luxemburg. Am Freitag veröffentlichte Eurostat, das Statistik-Amt der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg, die Schnellschätzung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Dezember 2021. Die durchschnittliche Inflation aller im Warenkorb enthaltenen Dienstleistungen und Waren lag laut dieser Schätzung bei 5 Prozent im Vergleich zum Dezember des Vorjahres. Damit wurde der höchste Inflationswert seit Beginn der Berechnungen 1997 erreicht. Entgegen den Erwartungen einiger von der Nachrichtenagentur Reuters befragter Ökonomen stieg die Teuerung damit weiter an. Im November betrug sie noch 4,9 Prozent. Der größte Preisanstieg, 26 Prozent, ist bei der Komponente „Energie“ zu verzeichnen. An zweiter Stelle befinden sich „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ mit einer Teuerung von 3,2 Prozent. Industriegüter ohne Energie stiegen im Preis um 2,9 Prozent, Dienstleistungen um 2,4 Prozent. Das Preisniveau ohne Energie, Lebens- und Genussmittel, die sogenannte Kerninflation, die weniger stark von kurzfristigen Schwankungen betroffen ist, stieg um 2,6 Prozent.

Die Inflation liegt damit auch weiterhin weit über der von der Europäischen Zentralbank anvisierten Rate von 2 Prozent. Die Inflationsprognose der EZB für das Jahr 2022 wurde zuletzt auf 3,2 Prozent angehoben und damit beinahe verdoppelt. Erst für 2023 prognostiziert die EZB derzeit wieder eine Rate von unter 2 Prozent, wobei auch diese Vorhersage von einigen Ökonomen als zu optimistisch kritisiert wird, unter anderem vom Präsidenten der niederländischen Zentralbank Klaas Knot.

Die einzelnen geschätzten nationalen Inflationsraten sind teilweise recht weit gestreut. Spitzenreiter ist Estland mit einer Teuerung von 12 Prozent, gefolgt von Litauen mit 10,7 Prozent, während manche Staaten Preissteigerungen von unter 3 Prozent verzeichnen, namentlich Malta (2,6 Prozent) und Portugal (2,8 Prozent).

Starke Preissteigerungen auch in Österreich

Auch Statistik-Austria veröffentlichte am Freitag ihre Schnellschätzung der Inflationsrate (VPI) für Dezember 2021. Diese betrug 4,3 Prozent. Die für nationale Preisunterschiede in der EU harmonisierte Teuerungsrate (HVPI), also jene auch von Eurostat berechnete Kenngröße, betrug 3,8 Prozent. Für die Bewertung der tatsächlichen Preissteigerungen in Österreich ist der VPI, berechnet von Statistik-Austria, dementsprechend aussagekräftiger. Der HVPI ist hauptsächlich dazu konzipiert die Preisstabilität der Länder der Eurozone mittels einer harmonisierten Methodik miteinander zu vergleichen. Er fungiert jedoch nicht als Lebenserhaltungskostenindex. Im Vergleich zum November 2021 stiegen die Preise in Österreich um durchschnittlich 0,6 Prozent. „Steigende Treibstoff- und Energiepreise haben auch im Dezember 2021 für eine hohe Inflationsrate von 4,3 Prozent gesorgt. Auf den Weltmärkten hat der Rohölpreis binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent zugelegt“, kommentierte Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik-Austria, die Teuerungsrate in der Aussendung.

Quellen: Eurostat / Statistik-Austria 

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