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Postbus: Unbezahlte Dienste vorerst vom Tisch

Die neuen Dienstpläne für die Lenkerinnen und Lenker von Postbussen sind vorerst vom Tisch, wie die Gewerkschaft mitteilt. Sie hätten massive Verschlechterungen bei den Dienstzeiten vorgesehen und am 15. Juni in Kraft treten sollen.

Wien/St. Pölten. Nach den Plänen des Managements der ÖBB-Tochtergesellschaft hätten Lenkerinnen und Lenker Früh- und Spätschichten übernehmen und dazwischen mehr als neun Stunden unbezahlt auf der Dienststelle verbringen sollen. Ursprünglich hätten diese Dienstpläne am 15. Juni in Kraft treten sollen. Vor allem Buslenkerinnen und Buslenker in Niederösterreich wären davon betroffen gewesen. Die Personalvertretung sah darin versuchten Lohn- und Zeitraub und sprach in einem Appell an das Management und an Verkehrsministerin Leonore Gewessler von einer menschenverachtenden Vorgehensweise.

In der Belegschaft hatte sich massiver Widerstand gegen diese Pläne entwickelt, der nächste Woche in Betriebsversammlungen zum Ausdruck gebracht werden sollte. Der Vorsitzende des Zentralbetriebsrates beim Postbus, Robert Wurm, teilte nun mit, dass der Vorstand die Pläne zurückgezogen habe. Es werde eine Arbeitsgruppe zwischen Vorstand und Betriebsrat eingerichtet, die bis zum Schulbeginn im Herbst „gemeinsame Lösungen ohne Grauslichkeiten“ ausarbeiten soll.

Der Postbus ist gerade in ländlichen Regionen Niederösterreichs oft das einzige öffentliche Verkehrsmittel, deshalb haben sich auch viele Fahrgäste mit den Protesten der Lenkerinnen und Lenker solidarisiert.

Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sollten genau beobachten, welche „Kompromisse“ der Zentralbetriebsrat mit dem Management ausverhandeln wird, damit keine Umfaller passieren. Sie sollten sich merken, worin ihre Stärke liegt: Allein die Ankündigung von Protesten hat das Management vorläufig zum Einlenken gebracht.

Quelle: APA-OTS

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