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Covid-19 und das Pflegepersonal

Fast täglich kommt es im Zusammenhang mit der aktuellen Coronapandemie zu neuen Rekordmeldungen. Mit über 8.000 Neuinfektionen wurde am Wochenende wieder ein trauriger Rekordwert erreicht. Neben den Zahlreichen Neuinfektionen müssen immer mehr Corona-Positive zur Behandlung ins Krankenhaus und auch die Zahl der Intensivmedizinischen Behandlungen nimmt im Zusammenhang mit dem Virus zu. Wie wir bereits berichteten hat die Politik mit ihrer Laissez-faire-Haltung eine solche Situation provoziert.

Aber nicht nur durch die Untätigkeit über den Sommer in Sachen Personal und Maschinen sowie das Herauszögern eines kapitalfreundlichen Lockdowns kommt es zu einem Rückgriff auf Privatkrankenhäuser bei Operationen (Salzburg) oder zu einer kurzfristigen Anschaffung von Beatmungsgeräten (Oberösterreich) um die Situation zu bewältigen. Das Jahrelange Aushungern und dem Motiv des Profits unterordnen der Gesundheits- und somit auch Krankenhaussystems hat zu der aktuellen Überlastung geführt. Weniger die Betten, als vielmehr das Personal ist endlich. Insbesondere diejenigen, die intensivmedizinische Pflege und Versorgung gewährleisten können. 

Personals Mangelware

Mit den Reformen im Krankenhaussystem wir seit Jahren an Personal gespart. Auch in Krankenhäusern wird Gewinn- und Outputorientiert gearbeitet und nur mehr bestimmte Arbeitsschritte bringen Geld. Dies führte und führt zu einer Verschlechterung der Beschäftigungsbedingungen unter denen die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsbereich ohnehin zu leiden haben. Die Krankenpflege ist traditionell von einer Überausbeutung, geprägt, da man hier das Verantwortungsgefühl den Patientinnen und Patienten gegenüber instrumentalisieren kann, um eben dies zu erreichen. Spürbare Lohnerhöhungen bleiben ebenfalls aus.

Die aktuelle Pandemiesituation hat dies noch weiter verschärft, da die Arbeit mit Covid-19 Patientinnen und Patienten, aufgrund des Ansteckungsrisikos besonders hoch ist. Die regelmäßigen Hygieneschulungen, die das Krankenpflegepersonal ohnehin erhält, bilden hierfür eine wichtige Basis. Zwölf Stunden kümmern sich die Kolleginnen und Kollegen im Schnitt um die Patientinnen und Patienten, und zwar in voller Schutzmontur, die zu Hautreizungen und Wunden führen. Die schweißtreibende Ausrüstung erschwert auch die ohnehin körperlich anspruchsvolle Arbeit – waschen, Lagern etc. Die Bedingung von Instrumenten und Maschinen können Menschen die nun in der Aktuphase eventuell eingesetzt – bspw. in Form von Assistenzeinsätzen – kaum übernehmen. In vielen europäischen Ländern ist deswegen der Personalengpass bereits so groß, dass Kolleginnen und Kollegen, die Corona-positiv sind in sogenannter Arbeitsquarantäne sind, wenn diese keine Symptome habe. Das bedeutet, sind müssen regulär Arbeiten und Patientinnen und Patienten behandeln und pflegen, dürfen aber nach der Arbeit nur zurück in die heimische Quarantäne.

Das Versagen der kapitalistischen Gesundheitssysteme wird in seiner umfassenden Dysfunktion deutlich, ebenso wie am Beispiel Kubas die Überlegenheit des Sozialismus.

Quelle: ORF/ORF/Standard

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