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Internationaler Roma-Tag

Der 8. April gilt als Welt-Roma-Tag – er verweist auf den ersten Weltkongress der Roma vor 50 Jahren.

Wien/Oberwart. Seit 1990 ist der 8. April der internationale Aktionstag der Roma. An diesem Tag soll auf die politische und soziale Situation der Roma, auf Diskriminierung und Verfolgung, aber auch auf ihre Kultur hingewiesen werden. Das Datum bezieht sich auf den 8. April 1971, als der erste Roma-Weltkongress in London durchgeführt wurde. Seit damals entwickelte sich nicht nur eine internationale und nationale Organisierungstätigkeit und Bewegung, sondern auch eine Symbolik: So wurde vor 50 Jahren die Flagge der Roma eingeführt – ein blauer und ein grüner horizontaler Streifen, in deren Zentrum sich ein rotes Chakra-Rad befindet. Der Kongress von 1978 erhob das Lied „Djelem, djelem“ (Textauszug siehe unten) zur internationalen Roma-Hymne.

Die Zahl der in Österreich lebenden Roma und Sinti wird seit 2001 nicht mehr erhoben – damals gaben bei der Volkszählung knapp 6.300 Menschen an, die Sprache Romani/Romanes im Alltag zu verwenden. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass ca. 35.000 Roma in Österreich leben, die sich als Angehörige der Minderheit verstehen. Erst seit 1993 sind die (vornehmlich burgenländischen) Roma und Sinti in Österreich als autochthone Volksgruppe offiziell anerkannt, es entwickelten sich Kultur- und Bildungszentren in Wien und Oberwart – mit Vorurteilen hat man nach Jahrhunderten freilich immer noch zu kämpfen, wenngleich es seither viele Verbesserungen gab. Den negativen Höhepunkt der Roma-Verfolgung in Österreich markierte die Zeit des NS-Faschismus 1938–1945, als es zum Völkermord an den europäischen Roma („Porajmos“) kam. In Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) wurde eine eigenes „Zigeuner“-KZ mit insgesamt ca. 4.000 Insassen eingerichtet, bis zu 8.000 österreichische Roma wurden in den deutsch-faschistischen Vernichtungslagern ermordet. Auch in der Zweiten Republik war man nicht vor tödlichen Anschlägen gefeit – in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 ermordete der Neonazi-Terrorist Franz Fuchs vier Roma in Oberwart mit einer Sprengfalle.

Der Roma-Tag am 8. April möge an diese rassistischen Verbrechen erinnern und dem Andenken an ihre Opfer dienen, aber auch im Positiven darauf verweisen, dass die Roma und Sinti ein bedeutender integraler Bestandteil der multiethnischen österreichischen Nation sind. Als solcher verdienen sie nicht nur umfassende Anerkennung, sondern auch die Förderung von Kultur und Sprache. Diesen Platz in der österreichischen Gesellschaft kann man selbstbewusst einnehmen: „Aven mansa sa lumniake Roma / Kai putardile e romane droma / Ake vriama, usti Rom akana / Men khutasa misto kai kerasa / Ahai, Romale, ahai Chavalle / Ahai, Romale, ahai Chavalle!“ – „Kommt mit mir, Roma aus der ganzen Welt / Für die Roma die Straßen geöffnet haben / Jetzt ist die Zeit, steht auf Roma, jetzt / Wir steigen hoch, wenn wir handeln / Ahai, Roma, ahai Kinder / Ahai, Roma, ahai Kinder!“

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