HomeFeuilletonGeschichte"Ohne Sowjetunion keine Freiheit"

„Ohne Sowjetunion keine Freiheit“

Gastautor: Johann Koplenig (1891–1968), von 1927 bis 1965 Vorsitzender der damals noch marxistisch-leninistischen KPÖ, Mitunterzeichner der österreichischen Unabhängigkeitserklärung von Deutschland am 27. April 1945 und bis 20. Dezember 1945 Vizekanzler der provisorischen Staatsregierung. Die im Folgenden dokumentierten Zitate stammen aus dem Vortrag „Freiheit! Frieden! Österreich!“ am 13. Mai 1945 in Wien. 

Der deutsche Faschismus, das grausamste und barbarischste Regime der Kriegsbrandstifter und des Massenmordes, liegt zerschmettert auf dem Boden. (…) Über Berlin wehen die siegreichen Fahnen der Roten Armee, die in diesem großen Freiheitskrieg der Völker gegen die Hitler-Tyrannei die Hauptlast getragen hat. Die von Hitler unterjochten Völker und unter ihnen auch das österreichische Volk haben wieder ihre Freiheit und Unabhängigkeit gewonnen. (…)

Ohne die Sowjetunion keine Freiheit! (…) Die Völker wissen und sie werden es niemals vergessen, dass es ohne den heroischen Kampf der Völker der Sowjetunion, ohne die glorreichen Schlachten bei Moskau und bei Stalingrad, ohne den gewaltigen Siegeszug der Roten Armee von der Wolga bis an die Donau heute keine Freiheit und keinen Frieden in Europa gäbe. Die Welt wäre versunken in die faschistische Barbarei. Heute anerkennt die ganze Welt, dass es die Sowjetunion war, dass die Rote Armee es gewesen ist, die durch ihren Heldenkampf, durch ihren Heroismus, mit ihrem Blute die Zivilisation, den Fortschritt der Menschheit gerettet hat.

Und wir in Österreich werden auch niemals vergessen, dass unser Wien der Roten Armee seine Befreiung von der Hitler-Tyrannei verdankt. Der Heroismus, die aufopferungsvolle Hingabe für die Sache der Freiheit und Unabhängigkeit ihres Landes, die die Völker der großen Sowjetunion bekundeten, sollen uns bei dem Neuaufbau unserer Heimat Beispiel sein. Die Herstellung guter freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion gehört daher mit zu den Fundamenten für den Wiederaufbau des neuen Österreich.

Quelle: Johann Koplenig, Reden und Aufsätze 1924–1950, Wien 1951, S. 100–107

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