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Peter Patzak – Statt eines Nachrufs

Tibor Zenker zum Tod von Peter Patzak (1945–2021)

Die schlaflose Nacht auf den 12. März 2021 war trüb und leer. Am Abend des 11. März hatten die Angehörigen und Freunde von Peter Patzak von dessen Tod im Klinikum Krems infolge eines Herzinfarkts erfahren. Man könnte hier nun Werdegang, Wirken, Werk und deren Wichtigkeit, v.a. für den österreichischen und internationalen Film, rekapitulieren, aber die umfassende Würdigung als Regisseur, Autor und Maler geschieht ohnedies andernorts.

Es brauchte gestern nur Sekunden, um das Fehlen von PP subjektiv zu fühlen, objektiv wird man es auch bald spüren. Seit ich denken kann, strahlte er eine eindringliche persönliche und künstlerische Präsenz aus, nochmals verstärkt nach dem frühen Tod von Helmut Zenker 2003. Er hat viel Erlebtes in dieser oder jener Form begleitet, schließlich erheblich die Arbeit beeinflusst. Stundenlang konnte man mit PP über einer Idee, einem Text, einem Drehbuchentwurf und einem Glas Wein (einem?) sitzen, in seinem Haus in Weidling sowie in diversen Klosterneuburger oder Wiener Lokalen und Heurigen oder italienischen Restaurants – und doch erschien die Zeit oft zu kurz. Sowohl in intensiver, konzentrierter Arbeit wie im scheinbar beiläufigen Gespräch konnte er bemerkenswerte und lehrreiche Einsichten vermitteln, die auf Talent und Erfahrung basierten. Jede Kritik, auch die unbequeme, erwies sich letztlich als richtig und förderlich. Dafür muss man dankbar sein, ebenso wie für die Ehre, als kleine Nebenfigur an seinem Schaffen hier und dort ein wenig mitgewirkt zu haben. Es ist schwer begreiflich, dass dies nun zu Ende sein soll.

Am vergangenen Sonntag – es war mein Geburtstag – hatte sich PP zu fortgeschrittener Stunde noch via E‑Mail und mit dem selbstironischen Subject „Noch erwischt…“ eingestellt: nur 92 Minuten vor dem mitternächtlichen „Fristablauf“, was mich wieder mal zum Schmunzeln brachte. Denn er war voller Pläne und umtriebig bis zuletzt, im Maleratelier und an Manuskripten, und da bleibt wenig Zeit für solch Firlefanz wie jahrestägliche Glückwünsche. Die waren in dem Schreiben natürlich dennoch enthalten, vor allem aber der Wunsch, sich bald wieder treffen zu können und an den offenen (gemeinsamen) Projekten weiterzuarbeiten. Diese bleiben unerledigt. Mit „So long, PP“ unterfertige Peter Patzak seine Nachrichten – auch diese letzte –, und selbiges muss man nun erwidern. Bis dann.

BILDQUELLEpeter-patzak.at
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