HomeInternationalesZwischen Fußball-Ruhm und Nationalismus: Mesut Özil und die "Grauen Wölfe"

Zwischen Fußball-Ruhm und Nationalismus: Mesut Özil und die „Grauen Wölfe“

In den letzten Jahren stand der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil immer wieder im Mittelpunkt heftiger Kontroversen. Einst als Fußball-Ikone und Symbol für gelungene Integration in Deutschland gefeiert, hat Özils öffentliches Bild längst eine deutliche Wendung genommen. Im Jahr 2018 posierte er für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Nun gibt er sich als Unterstützer der „Grauen Wölfen“, einer militanten Rechtsextremistengruppe aus der Türkei.

Der 1988 im deutschen Gelsenkirchen als Sohn türkischer Einwanderer geborene Mesut Özil wurde als begnadeter Fußballer bekannt, der Deutschland in 92 Länderspielen vertrat und mit dem Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 2014 seinen größten Erfolg errang. Seine Leistungen auf dem Spielfeld brachten ihm Auszeichnungen und Anerkennung ein, darunter den „Bambi“ für Integration und das „Silberne Lorbeerblatt“ für seine Verdienste um den deutschen Sport. Einst wurde Özil als Symbol für gelungene Integration gefeiert.

Özils Verbindung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan kam erstmals 2018 ans Licht, als ein gemeinsames Foto der beiden eine mediale und öffentliche Debatte auslöste. Viele sahen darin eine Befürwortung von Erdoğans zunehmend autoritärer Herrschaft, was sowohl in den Medien als auch unter Fans breite Kritik auslöste. Trotz des Gegenwinds schwieg Özil bis Juli 2018, als er auf Twitter ankündigte, nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, und dies mit dem mangelnden Schutz vor rassistischen Übergriffen begründete, denen er angeblich ausgesetzt gewesen sei.

Während Özils Beziehungen zu Erdoğan Aufsehen erregt haben, ist seine Verbindung zu den „Grauen Wölfen“ das – gelinde gesagt – größere Problem. Seine Unterstützung mit den türkischen Rechtsextremisten zelebriert Özil durch eine Tätowierung auf seiner Brust, die das Symbol der Gruppe darstellt. 

Die „Grauen Wölfe“ sind bekannt für ihre rechtsextreme Ideologie, die einen „idealistischen Nationalismus“ beinhaltet, der die Überlegenheit der türkischen Völker propagiert. Ihr Rassismus richtet sich gegen verschiedene Minderheitengruppen, darunter Armenier, Aleviten, Kurden und Juden. In der Vergangenheit wurde die Gruppe immer wieder mit rechtsextremen Gewalttaten in Verbindung gebracht, wobei selbst die türkischen Behörden ihren Mitgliedern zwischen 1974 und 1980 fast 700 Morde zuschreiben.

Der türkische Nationalismus des deutschen Ex-Fußballprofis dürfte jedenfalls nicht völlig überraschend gekommen sein, auch in früheren Äußerungen hatte sich seine rechtsextreme Gesinnung bereits angedeutet. Sein nunmehriges Bekenntnis zu den „Grauen Wölfen“ lässt jedenfalls keinen Raum mehr für Leugnung oder Unklarheit über seine Sympathien.

Quelle: Belltower​.News

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