Start Politik Nebenwirkungen, Spätfolgen und Fahrlässigkeit

Nebenwirkungen, Spätfolgen und Fahrlässigkeit

Solange nur an das private Verhalten der Menschen appelliert wird, während unter der Realität neuer Mutationen weiterhin der Zwang besteht, sich in der Arbeit und auf dem Weg dorthin einem immer höheren Infektionsrisiko auszusetzen sind und bleiben die Maßnahmen der Regierung nur heuchlerische Augenauswischerei und eine Überdeckung einer Politik, die die gesundheitliche, wirtschaftliche und psychologische Last dieser Krise auf die Arbeiterklasse abwälzt.

Wien/Brüssel. Die dominierende Debatte zwischen Österreich, bzw. den EU-Staaten und den Impfstoffherstellern ist dieser Tage nicht zu umgehen. Trotz mehreren zugelassenen Impfstoffen gestaltet es sich anscheinend nicht als möglich, dass alle Menschen schnellstmöglich mit genügend Schutzimpfungen versorgt werden. Dass dies nicht an wissenschaftlichen, logistischen bzw. technischen Hindernissen liegt, sondern am politischen Unwillen dem Kapital der Pharmakonzerne auf die Füße zu treten haben wir bereits erläutert. 

Mit dem voraussichtlich baldigen Einsatz des Astra-Zeneca-Impfstoffs setzt sich die katastrophale Impfstrategie der Regierung fort. Nicht nur in seiner Wirksamkeit weist dieser Impfstoff Nachteile auf, sondern er birgt auch die Gefahr auf mehr potentielle Nebenwirkungen, wie mehrere Expertinnen und Experten bestätigen. Aufgrund dieser Tatsache soll dieser Impfstoff also nur für die Altersgruppe zwischen 18 und 55 Jahren angewendet werden. Dass sich also nicht alle den gleich guten Schutz erwarten dürfen, ist ein weiteres Zeugnis politischen Versagens. Darüber hinaus ist es ebenfalls eine Verhöhnung derjenigen, die sich nun seit einem knappen Jahr an die Schutzmaßnahmen halten und das oft unter großer persönlicher Aufopferung. So soll sich also die jüngere Bevölkerung mit einem minderen und mit Nebenwirkungen belasteten Schutz zufrieden geben, während gleichzeitig das öffentliche und soziale Leben außerhalb der Arbeitswelt stark beschränkt bleibt. Dies wird oft damit gerechtfertigt, dass die mittlerweile breit verfügbaren Antigen-Tests mit ihrer deutlich über 90 Prozent liegenden Aussagekraft nicht aussagekräftig genug seien, um gerade im privaten Bereich vernünftige Lockerungen zuzulassen. Der weitaus weniger effiziente Impfschutz von Astra-Zeneca soll dagegen aber gut genug sein und gefälligst dankbar angenommen werden. Die Forderung muss hier lauten: Guter Schutz für alle und zwar durch Aufhebung der Patentrechte und der Verstaatlichung der Impfdosenproduktion.

Langzeitfolgen und mangelnde Rücksichtnahmen seitens der Arbeitgeber

Auch wenn Menschen außerhalb der Risikogruppe von schweren Krankheitsverläufen weniger betroffen sind, so heißt das nicht, dass diese nicht trotzdem vorkommen. Ein Vorarlberger Arzt berichtet uns nicht nur von der Realität der schweren Verläufe bei jüngeren Menschen und Sterbenden, sondern auch von Nebenerscheinungen der Erkrankung und potentiellen Spätfolgen, die in aktuellen Regierungsstatements so gut wie keine Erwähnung finden. Verschiedene Patientinnen und Patienten klagen nach einer Erkrankung über Muskelschwund, Taubheitsgefühl und Müdigkeit, die sich über Wochen und Monate erstreckt. Rücksicht und Kulanz seitens der Arbeitgeber haben sich Betroffene hier aber keine zu erwarten und auch die Regierung setzt bei Homeoffice-Regelungen weiterhin auf die Freiwilligkeit, auf die viele Unternehmen weiterhin pfeifen. Ebenfalls wird von medizinischer Seite (siehe Link) von diversen potentiellen schweren Langzeitschäden und Folgeerkrankungen gewarnt die auch Menschen betreffen, die die Krankheit mit einem milden Verlauf überstanden haben. Der Arzt rät hier zur persönlichen Absicherung, sich beim Hausarzt bzw. der Hausärztin einem Antikörper-Test zu unterziehen, um somit festzustellen, ob man bereits am Virus erkrankt war. Sollte die Erkrankung auf den Arbeitsplatz zurückzuführen sein, könnten hier ggf. Entschädigungen eingefordert werden.

Ein adäquater Schutz der gesamten Bevölkerung ist und bleibt, was von der Regierung zu fordern wäre aber nicht geschieht. Denn solange nur an das private Verhalten der Menschen appelliert wird, während unter der Realität neuer Mutationen weiterhin der Zwang besteht, sich in der Arbeit und auf dem Weg dorthin einem immer höheren Infektionsrisiko auszusetzen sind und bleiben die Maßnahmen der Regierung nur heuchlerische Augenauswischerei und eine Überdeckung einer Politik, die die gesundheitliche, wirtschaftliche und psychologische Last dieser Krise auf die Arbeiterklasse abwälzt.

Quelle: Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit/Wiener Gesundheitsverbund

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