Rom. Messina. Die Ermordung zweier Studentinnen innerhalb kurzer Zeit hat in Italien Entsetzen und Wut ausgelöst. Am gestrigen Abend versammelten sich tausende Menschen in Messina auf Sizilien, um der von einem Stalker ermordeten Sara Campanella zu gedenken.
Campanella wurde am Montag in Messina am helllichten Tag von einem Kommilitonen attackiert, der ihre Zurückweisung nicht akzeptieren wollte und sie weiterhin verfolgte. Er erstach die 22-Jährige vor den Augen mehrerer Menschen. Der festgenommene Täter hat die Tat laut Medienberichten inzwischen gestanden.
Nur wenige Tage zuvor wurde die Leiche der Statistikstudentin Ilaria Sula in einem Koffer auf einer illegalen Müllhalde nahe Rom gefunden. Die 22-Jährige war seit dem 25. März als vermisst gemeldet. Ihr Ex-Freund, ein Architekturstudent, gestand später, sie erstochen zu haben.
Nach den Morden gehen in Messina und Rom, aber auch in anderen Städten Italiens tausende Menschen auf die Straße und fordern besseren Schutz für Frauen. 2024 wurden in Italien 113 Femizide verübt, von denen 99 von Familienmitgliedern, Partnern oder Ex-Partnern begangen wurden.
Das Nationale Sekretariat der Kommunistischen Jugendfront (FGC) kommentierte die beiden Morde in einer Stellungnahme. Gewalt gegen Frauen sei ein tief verwurzeltes, strukturelles Problem der Gesellschaft. Der Kampf auf kultureller und erzieherischer Ebene sei unverzichtbar und notwendig. Gleichzeitig sei Gewalt gegen Frauen und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern jedoch nur dann wirklich zu besiegen, wenn die Grundlagen des kapitalistischen Systems in Frage gestellt werden, wenn die materiellen Wurzeln der Unterdrückung beseitigt werden.
Die Haltung der rechten Regierung, die das Problem leugnet und stattdessen Migranten als Sündenböcke für Sexismus und Gewalt gegen Frauen hinstellt, wird vom FGC kritisiert. „Lassen wir diese Ereignisse nicht ohne Reaktion vorübergehen, gewöhnen wir uns nicht daran, die getöteten Frauen zu zählen. Für Ilaria, für Sara und für alle: Lasst uns dieses verrottete System wegfegen.“, so der FGC.