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Armut und Hunger nehmen weltweit zu

Wie wir bereits beichteten, hat die COVID-Pandemie, gepaart mit der Krise des Kapitalismus, die weltweite Ernährungskrise verschärft. 2020 hat die Ernährungsunsicherheit in den ärmsten Ländern der Welt ein Rekordhoch erreicht, Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht. 55 Millionen Menschen in 55 Ländern, die am meisten auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, wurden laut Al Jjazeera News als „krisengeschüttelt“ eingestuft. Das bedeutet, dass sie dringend Nahrung benötigen. Von 2019 auf 2020 stieg die Zahl der Betroffenen um 20 Millionen an. Viele der betroffenen Gebiete seien nahe an einer Hungersnot. Diese Situation ist fragil und könnte sich innerhalb weniger Wochen weiter verschlechtern.

Die Zahlen gehen auf einen am Mittwoch veröffentlichten Bericht – basierend auf einer Studie des Globalen Netzwerks gegen Ernährungskrisen (einer Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen) zurück. In diesem Bericht werden drei Hauptfaktoren für die Verschlechterung der Situation präsentiert: Konflikte, wirtschaftliche Faktoren im Zusammenhang mit der COVID-Pandemie und der Klimawandel. Diese können jedoch auf einen Punkt zusammengefasst werden; der Kapitalismus und seine Auswüchse.

Kriegs- und Konfliktgebiete besonders betroffen

Die Autoren des Berichts bewerteten den Grad der Ernährungsunsicherheit in jedem der 55 Länder auf einer Skala von 1 bis 5 – wobei 1 bedeutet, dass die Haushalte in der Lage sind, den Grundbedarf an Nahrungsmitteln zu decken, und 5 ein Katastrophen- oder Hungerniveau darstellt, das dringende Aufmerksamkeit erfordert. Die am stärksten betroffenen Länder sind die Kriegs- und Konfliktregionen, in denen jedwede Lebensgrundlage den Interessen der imperialistischen Mächte zum Opfer fallen, namentlich die Demokratische Republik Kongo (DRC), Afghanistan, der Jemen, Syrien und der Sudan. 

In Syrien sind inzwischen erstaunliche 60 Prozent der Bevölkerung – 12,4 Millionen Menschen – von Ernährungsunsicherheit betroffen. Während im Land laut UN-Angaben die Preise für Grundnahrungsmittel – darunter Gemüse, Brot, Öl und Zucker – von 2019 bis 2020 um fast 240 Prozent gestiegen sind, hat etwa die Hälfte der syrischen Bevölkerung für denselben Zeitraum angegeben, eine oder mehrere Einkommensquellen aufgrund der Krise verloren zu haben.

In der DRC stieg der Ernährungsunsicherheit um 40 Prozent – von 16 Millionen im Jahr 2019 auf fast 22 Millionen im Jahr 2020. Mehr als 4,5 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sind seit dem Ausbruch eines internen Konflikts im Jahr 2016 vertrieben worden – damit ist es das Land mit der höchsten Zahl an Vertriebenen in Afrika. Dies in Kombination mit einer Reihe von Ebola-Ausbrüchen, zuletzt im September 2020, hat das Land in eine besonders prekäre Lage gebracht, was die Ernährungsunsicherheit angeht. 

Es zeigt sich deutlich, dass ohnehin besonders vulnerable Länder natürlich auch hier besonders leiden. Denn in der Krise nimmt die Ungleichheit zu, die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer, so funktioniert eben der Kapitalismus.

Quelle: Al Jazeera

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