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Horrende Preise für Impfstoffe

Das Pokern um den größten Umsatz durch die Pharmakonzerne sorgte für Angebote von über 50 Euro pro Dosis. Dieser Preis wird am Ende nicht gezahlt, zeigt aber, dass Profit und nicht menschliche oder gar humanistische Interessen im Vordergrund stehen.

Berlin/Brüssel. Wie verschiedene deutsche Medien berichteten, hat das deutsch-amerikanische Pharmaduo Biontech und Pfizer noch im Juni einen horrenden Preis für die Impfdosen angesetzt. Es wird von 54,08 Euro bei einer Abnahme von 500 Millionen gesprochen. Das bedeutet, der Konzern verlangte ursprünglich 27 Milliarden Euro für eine Impfstoffmenge, mit der knapp die Hälfte der EU-Bevölkerung hätte geimpft werden können. Es wird spekuliert, dass mit diesem hohen Preis auch die Zögerlichkeit der EU in der Impfstoffbeschaffung zusammenhängen könnte. Zum Vertragsabschluss mit den Pharmakonzernen kam es erst im November, es wird davon ausgegangen, dass die Dosen in dieser Vereinbarung mit 15,50 Euro in Rechnung gestellt werden. Transparente Angaben gibt es jedoch keine.

Der Fall verdeutlicht noch einmal, womit wir uns bereits ausführlich beschäftigt haben: Die Patente geben Konzernen, deren Forschung und Entwicklung staatlich gefördert wird, die Macht massive Profite zu machen. Das kapitalistische System kann nicht im Dienste der Mehrheit produzieren, auch die Gesundheit wird den teils kurzfristigen Profitinteressen untergeordnet. So etwas wie gute Unternehmen gibt es unter kapitalistischen Vorzeichen nicht. Die EU hätte Möglichkeiten gehabt, Förderungen an Patentrechte zu knüpfen, jedoch wäre es illusorisch zu denken, dass ein imperialistisches Bündnis, wie es die EU eben ist, im Interesse der Arbeiterklasse handelt.

Quelle: Junge Welt

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