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Kaiseradler aus nächster Nähe mit Schrot beschossen

Während des Lockdown dürfen Waffengeschäfte offenhalten, weil die Versorgung mit Waffen und Munition von großer Bedeutung für die Jägerschaft ist, und diese wiederum einem nicht ganz unbedeutenden Wirtschaftszweig angehört. Welchen verbrecherischen Unfug jemand mit Schrotmunition, die vor allem von Jägern verwendet wird, im Burgenland angestellt hat, wird anhand eines schwer verletzten Kaiseradlers deutlich.

Haringsee/Wallern. In Wallern (Bezirk Neusiedl am See) ist am Samstagabend ein schwer verletzter Kaiseradler gefunden worden. „Das Ganze ist nicht nur aus Tier- und Artenschutzsicht furchtbar, sondern schlicht ein Verbrechen. Der Vogel wurde aus nächster Nähe beschossen, danach hilflos und schwer verletzt einfach liegen gelassen“, erläuterte Frey: „Ich hoffe wirklich, dass der oder die Verantwortliche gestellt wird.“ Die Vogel- und Naturschutzorganisation BirdLife wird in dem Fall Anzeige erstatten. BirdLife übernehme auch die Kosten für die tierärztliche Versorgung des Kaiseradlers im Rahmen des „PannonEagle LIFE Projekts“.

Bei dem elf Jahre alten Kaiseradler, der auf der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) um sein Leben kämpft, handle es sich um den ersten jemals von Wissenschaftern im Freiland, also im Nest, beringten Jungvogel Österreichs. „Unser Patient war als erster beringter Kaiseradlernestling ein Brutvogel im Burgenland. Er war somit ein wichtiger Botschafter seiner Art, der die Rückkehr des Kaiseradlers in seinen ursprünglichen Lebensraum in Österreich markierte“, stellte EGS-Leiter Hans Frey fest.

Gefährdete Art

Der Kaiseradler gilt weltweit als gefährdete Art. In Österreich galt er seit 1811 als ausgestorben, bis 1999 wieder eine Brut stattfand. Dank verschiedenster Schutzmaßnahmen nimmt die Zahl langsam zu, aber er ist einer der seltensten Brutvögel Österreichs. 2020 wurden 25 Brutpaare gezählt, 35 Jungvögel sind ausgeflogen. Sein Vorkommen beschränkt sich auf offene Landschaften Ostösterreichs.

Quelle: burgenland​.orf​.at

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