Slowakei/Ungarn/Österreich. Die Maul- und Klauenseuche ist wieder zurück. Bei uns in Österreich hatte diese Krankheit, die Paarhufer, also Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder, aber auch Wildtiere wie Wildschweine, Rehe und Hirsche befällt, zuletzt in den 1970er-Jahren und bis 1981 verheerende Auswirkungen und galt eigentlich als ausgerottet. In letzter Zeit ist es aber in Rinderbetrieben in der Slowakei und Ungarn zu Ausbrüchen der Seuche gekommen.
Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Seuchenverdacht hat die Amtstierärztin/der Amtstierarzt eine sofortige Betriebssperre und eine Verdachtsuntersuchung einzuleiten. Krankheitsfälle bei Einzeltieren, die an MKS erinnernde Symptome zeigen (meist Hautveränderungen), werden hingegen rasch im Zuge von Ausschlussuntersuchungen ohne Betriebssperren abgeklärt. Dennoch muss auch hier die Beauftragung über die Amtstierärztin/den Amtstierarzt erfolgen. Im Jahr 2023 wurde MKS in zwei Fällen im Zuge von Ausschlussuntersuchungen untersucht, daneben wurden weitere zwei Proben von Zootieren auf MKSV-Antikörper untersucht. In den akutellen Fällen in der Slowakei und Ungarn führten die Ausbrüche zur Sperrung der betroffenen Betriebe und teils sogar der Nachbarbetriebe und zur Tötung (Keulung) aller am Hof befindlichen Tiere.
Nachdem in Ungarn ein Betrieb, der nur zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist, betroffen ist, wurden in einigen burgenländischen Gemeinden bereits Maßnahmen ergriffen. In vier burgenländischen Gemeinden im Bezirk Neusiedl am See, namentlich in Deutsch Jahrndorf, Halbturn, Mönchhof und Nickelsdorf wurde von den Behörden eine Überwachungszone verordnet. Tierärzte sollen präventiv stichprobenartige Kontrollen durchführen.

Grafik: KVG/AGES
Teile des Bezirkes Mistelbach, der Bezirk Gänserndorf, Teile des Bezirkes Bruck an der Leitha und zwei Gemeinden im Bezirk Wiener Neustadt gehören zur erweiterten Sperrzone. „Die Betriebe sind verpflichtet, Krankheitsfälle und Leistungsrückgänge bei den Tieren sofort zu melden, um im Falle eines Übergreifens der Seuche nach Österreich sofort handeln zu können“, sagt der Obmann der Mistelbacher Bezirksbauernkammer, Roman Bayer.