Start Politik Ekelerregende Zustände in Schweinebetrieb aufgedeckt

Ekelerregende Zustände in Schweinebetrieb aufgedeckt

Dort wo mit „Tierwohl“ geworben wird, gibt es einen Vorzeigestall mit 200 Schweinen – und Hallen mit 2.300 Tieren, in denen unhaltbare Zustände herrschen.

Niederösterreich. Das Traditionsunternehmen „Berger-Schinken“ bemüht sich sehr, die Haltung der Schweine, die dort in Sieghartskirchen geschlachtet werden, zu beschönigen: „regional-optimal“ steht auf ihrer Webseite, mit dem Foto eines Schweinebetriebs in der Nachbarschaft, der sogar einen Vorzeigestall mit ca. 200 Tieren im Stroh hat. Doch dahinter in den Fabrikshallen befinden sich weitere ca. 2.300 Schweine unter ganz anderen Bedingungen. Laut der Webseite von „Berger-Schinken“, welche die Schweine im Stroh zeigt, müsste dort Tierwohl im Vordergrund stehen, mit einer „tierfreundlich gestalteten Umgebung“ unter „Einhaltung tierethischer Grundregeln“. Man habe „das Wohl von Mensch, Tier und Umwelt“ im Visier.

Verletzungen, Verwesung, Maden

Wie dieses „Wohl“ tatsächlich aussieht, zeigen aktuelle Fotos und Videos, die dem Verein gegen Tierfabriken (VGT) genau von dieser Schweinefabrik zugespielt worden sind. Auf diesen Dokumentationen sieht man unzählige verletzte Schweine auf Vollspaltenboden mit strukturlosen Wänden und ohne Stroheinstreu. Die Schweine haben abgebissene Ohren, abgebissene Schwänzen, schwer verletzte Gelenken und große Beulen, und dazu verwesende Schweinekörper. Mitten darin tausende Maden und ein Schweinetotenkopf. Der VGT hat ob der besonders grauenhaften Bedingungen Anzeige erstattet, obwohl sich die Haltung im Wesentlichen an den EU-Mindestrichtlinien orientiert, also die schlechtest mögliche Schweinehaltung in der EU darstellt. Am Dienstag fanden Protestkundgebungen vor dem Schweinebetrieb und vor dem Unternehmen „Berger-Schinken“ statt.

„Hauptsache, der Rubel rollt“

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Immer wieder dasselbe Spiel, wie bei den Tiertransporten. Der VGT deckt auf, die Zustände werden beschönigt, die Konsumentinnen und Konsumenten betrogen, die ÖVP verhindert jede Veränderung, ja zeigt nicht einmal ein Problembewusstsein, und die Bevölkerung ist entsetzt, was wirklich hinter den Kulissen gespielt wird. Hier bekommt eine Firma eine Auszeichnung der Republik, erzielt im Vorjahr einen Rekordumsatz, und baut alle diese ‚Erfolge‘ auf totalen Unwahrheiten auf. Ein Vorzeigestall und dahinter die Tierfabriken, in denen von Tierwohl und tierfreundlicher Umgebung oder tierethischen Grundregeln keine Rede sein kann. Aber das ist egal, Hauptsache die Konsumentinnen und Konsumenten glauben den Unsinn und der Rubel rollt. Profit auf dem Rücken der Tiere. Pfui Teufel!“

Berger reagiert

„Berger-Schinken“ hat inzwischen auf die Proteste reagiert und den Betrieb aus seiner Lieferantenliste gestrichen. Ob es in allen anderen Zulieferbetrieben die von Berger versprochenen Haltungsbedingungen gibt, weiß allerdings niemand, denn auch in diesem Betreib hätten ja „glückliche Schweine“ auf Stroh und mit ausreichend Platz leben sollen.

Quelle: VGT

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