HomePolitikPandemie und Uni: Rekord an Bewerbern für Medizinstudium

Pandemie und Uni: Rekord an Bewerbern für Medizinstudium

Graz/Innsbruck/Linz/Wien. Seit mehr als einem Jahr haben Österreich und die Welt mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Mehrmals haben sich die Grenzen des österreichischen Gesundheitssystems gezeigt, das immer wieder kurz vor der völligen Überlastung stand. Auch aktuell kann nicht von einer entspannten Situation die Rede sein. Die Beschäftigten an den österreichischen Kliniken sind seit über zwölf Monaten an den Belastungsgrenzen. Neben der mangelnden Infrastruktur fehlt es vor allem an Personal.

Gleichzeitig ist der Zugang zum Medizinstudium in Österreich noch immer beschränkt. Jedes Jahr bewerben sich tausende junge Menschen um einen Platz für ein Studium an den Medizinunis in Wien, Graz und Innsbruck sowie der Medizinischen Fakultät in Linz. Vergangenes Jahr bewarben sich 17.600 Menschen für ein solches Studium, dieses Jahr sind es 17.823 Menschen – für lediglich 1.740 Studienplätze. Damit wurde erneut ein Rekordwert übertroffen.

An allen Standorten bewerben sich mehr Frauen als Männer für das Medizinstudium. In Wien und Graz hat die Anzahl der Interessentinnen und Interessenten leicht zugenommen (Wien: +93; Linz: +391). In Linz und Innsbruck sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber hingegen ein wenig (Innsbruck: ‑58; Graz: ‑203).

Es zeigt sich einmal mehr, die Probleme im österreichischen Gesundheitssystem sind hausgemacht und liegen in der Verantwortung der jeweiligen Regierungen, von der SPÖ über die Grünen bis hin zur ÖVP und FPÖ. Über Jahre hinweg wurden das öffentliche Gesundheitssystem durch Einsparungen und Privatisierungen verschlechtert und die Kosten für Behandlungen in die Höhe getrieben. Zugleich hat man auf die zunehmende Zahl an Menschen, die in Österreich ein Medizinstudium absolvieren möchten, nicht mit Ausbau der Kapazitäten an den bestehenden Universitäten bzw. der Schaffung neuer Medizinunis reagiert, sondern stattdessen den Zugang beschränkt. Dass 75 Prozent der Studienplätze in der Humanmedizin an Interessentinnen und Interessenten aus Österreich vergeben werden müssen, ändert auch nichts an der katastrophalen Situation im österreichischen Gesundheitssystem.

Quelle: ORF

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