HomeInternationalesPrivatisierung und Jobvernichtung im spanischen Bankensektor

Privatisierung und Jobvernichtung im spanischen Bankensektor

Durch die Übernahme des staatlichen Finanzinstituts „Bankia“ wird die CaixaBank zum Marktführer in Spanien – dafür müssen tausende Angestellte gehen. Die sozialdemokratisch-„linke“ Regierung assistiert.

Valencia. Im spanischen Bankensektor vollzieht sich gegenwärtig eine große Privatisierung, die als Fusion getarnt ist. Die ursprünglich katalanische CaixaBank, das drittgrößte Institut Spaniens, übernimmt den etwas kleineren Konkurrenten Bankia. Letzterer ist im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 2007 entstanden: Das Institut Bankia wurde 2010 aus der Konkursmasse von sieben Banken gebildet und 2012 verstaatlicht – um die Verluste der steuerzahlenden Bevölkerung aufzubürden. Nun wird sie von der CaixaBank geschluckt, die dadurch zur größten Bank des Landes aufsteigt, noch vor der baskischen BBVA und der Banco Santander. Zusammengenommen ergaben sich zuletzt Bilanzsummen von deutlich über 500 Milliarden Euro. Damit wappnet sich die CaixaBank, nun Nummer 10 in Europa und u.a. mit 9,9 Prozent an der österreichischen Erste Bank AG beteiligt, auch für die gegenwärtige kapitalistische Krise: Es wird zu massiven Kreditausfällen kommen, doch mit dem erweiterten Institut ist man nun endgültig „too big to fail“ – d.h. die Privatisierung der Bankia ist ironischerweise die Versicherung für die CaixaBank, im Zuge kommender spanischer und EU-europäischer Bankenrettungen zu einem Hauptempfänger zu werden.

Gleichzeitig bereitet man sich aber auch darauf vor, selbst die Verluste abzufedern, indem ein rigoroses Sparprogramm gefahren wird: Im „fusionierten“ Unternehmen werden nun 8.300 Jobs abgebaut – dies sind 16 Prozent der Belegschaft – und über 1.500 Filialen (rund 25 Prozent) geschlossen. Somit haben wir das Übliche: Der Monopolisierungsprozess im Bankensektor wird fortgesetzt, zulasten der Arbeiterklasse, die doppelt bezahlt: mit ihrem Steuergeld, aber eben auch durch Arbeitsplatzvernichtung und einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Seit der Krise von 2007/08 haben bereits rund 100.000 spanische Bankangestellte ihre Jobs verloren – das sind 37 Prozent der damaligen Belegschaften –, und dies geht nun munter weiter in der nächsten Runde des Krisenkapitalismus. Dass dies alles unter einer sozialdemokratisch-„linken“ Koalition in Madrid geschieht, setzt dem Ganzen die Krone auf: Es wird privatisiert, damit dann eine Kündigungswelle kommt. Wozu ist „Unidos Podemos“ eigentlich in der Regierung?

Quelle: ORF

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