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Steuerfahndung zieht Bilanz

Die Steuerfahndung, eine polizeiliche Einheit des Finanzministeriums, die Fälle systematischer Steuerhinterziehung verfolgt, zog ihre Jahresbilanz 2019. Gleichzeitig wird aber nicht erwähnt, dass die meisten Steuern ganz legal hinterzogen werden.

Wien. Die Erfolge der Steuerfahndung werden von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zum Anlass genommen, um die braven Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu ermahnen: „Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt“. Das mag schon stimmen, jedoch wird der Löwenanteil an Steuern ganz legal hinterzogen. Die ÖVP hat darin einige hochgradige Spezialisten, so etwa einen ehemaligen Finanzminister, der zuvor als Geschäftsführer eines großen Möbelkonzerns eine ganz legale Konstruktion mittels Briefkastenfirmen erdachte, die zum Ergebnis hatte, dass der Konzern in Österreich keine Steuern zu entrichten hatte und hat. Derselbe Konzern kassiert aber Kurzarbeitsbeihilfe vom österreichischen Staat. Abgesehen davon ist die ÖVP die politische Heimat vieler Superreicher und Konzernchefs, denen mit einer sehr großzügigen Steuergesetzgebung erspart wird, allzu viel an den Staat abzuliefern.

2/3 des Steueraufkommens berappen Volksmassen

Zweidrittel des Steueraufkommens berappen die Volksmassen, einerseits über die Lohnsteuer und andererseits über die Mehrwertsteuer. Und da kann sich gar niemand aussuchen, ob er oder sie Steuern bezahlt, die wird einfach vom Lohn abgezogen bzw. auf der Rechnung mit kassiert.

Die Fahnder des Finanzministeriums haben im Vorjahr 561 Fälle bearbeitet und dabei 104 Millionen Euro an Steuern eingenommen. Bei 85 Hausdurchsuchungen wurden unter anderem 72.000 GB an IT-Daten sichergestellt.

Apfelexport ohne Äpfel

Besonders hervorgehoben wird etwa der Fall eines steirischen Obstbauern, der sämtliche Papiere, Rechnungen und Vollmachten für den Export von Äpfeln fälschte, und dabei nicht einen Apfel exportierte. Ihm wird ein Schaden von 9 Millionen Euro zur Last gelegt.

Schwarzverkäufe eines Getränkegroßherstellers aus Salzburg führten zu Nachforderungen von 4,2 Millionen Euro. Auch eine manipulierte Registrierkassa eines China-Restaurants in Vorarlberg sorgte für Aufsehen. Der Besitzer hatte 600.000 Euro an Steuern nachzuzahlen.

Quellen: msn/heute/Eigene Recherche

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