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Richard Wadani verstorben

In der Nacht auf Sonntag, dem 19. April, ist der bekannte Antifaschist Richard Wadani im 98. Lebensjahr gestorben. Wadani, geboren in eine aus Österreich stammende Familie in Prag, desertierte 1944 erfolgreich aus der Wehrmacht und schloss sich der Tschechoslowakischen Exilarmee an. Richard Wadani war Mitglied der KPÖ, verließ diese aber nach der Niederschlagung des Prager Frühlings.

In der Zweiten Republik engagierte er sich unter anderem als Obmann des Vereins „Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ und kämpfte erfolgreich für die Aberkennung des Ehrengrabes für den Nazi-Piloten Walter Nowotny. Die rückwirkende, pauschale Aufhebung von Urteilen gegen Kriegsdienstverweigerer und andere Widerstandskämpfer sowie die Errichtung des Deserteursdenkmals am Ballhausplatz sind wesentlich auf Wadanis jahrzehntelangen mutigen Einsatz für Gerechtigkeit trotz erbitterter Anfeindungen zurückzuführen.

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