HomeFeuilletonKulturTarará: Die Geschichte über die Tschernobyl-Kinder in Kuba

Tarará: Die Geschichte über die Tschernobyl-Kinder in Kuba

Tarará erzählt „die wenig bekannte Geschichte, die die Schicksale der Atomkatastrophe von Tschernobyl mit der Insel Kuba verbindet“. Hauptaugenmerk wird im Dokumentarfilm auf zwei der 26.000 ukrainischen Kinder gelegt, die in Kuba nach der Katastrophe von Tschernobyl zur Behandlung aufgenommen wurden. 

Havanna. „Der Film portraitiert das Leben von Alexandr und Wladimir, zwei ukrainischen Kindern, die bei der Explosion des Atommeilers von Tschernobyl im April 1986 verstrahlt wurden und Tausende von Kilometern zurücklegten, um gesund zu werden“, schreibt die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Die beiden Kinder kamen wie tausende weitere Minderjährige mit verschiedenen Krankheitsbildern nach der Explosion, insbesondere onkohämatologischen, im Jahr 1990 in Havanna an. Der Film zeigt, wie die Kinder im Krankenlager Tarará auf Kuba behandelt wurden und sich wieder langsam erholen konnten. Die kubanische Tageszeitung Granma erklärt den historischen Hintergrund der Dokumentation: „Als die Wirtschaftskrise der Sonderperiode ausbrach, öffnete der Comandante en Jefe Fidel Castro diesen ukrainischen Kindern und ihren verzweifelten Müttern, die in ihrem Herkunftsland oft keine Obhut erfuhren, die Türen.“

Wladimir Rudenko, eines der beiden porträtierten Kinder, erzählt im Film als heute Erwachsener, von einem Moment, der ihn besonders in Erinnerung geblieben ist: Als er nicht aus dem Bett aufstehen konnte und geblutet habe, habe der ukrainische Arzt seiner Mutter gesagt, sie solle sich keine Sorgen machen, da das Kind seiner Meinung ohnehin nicht überleben werde. Auch Alexandrs Mutter, Lidia Savchenko, bestätigte dies in ihren Erzählungen: „Die ukrainischen Ärzte sagten uns, dass die Kinder sterben würden.“ Doch in Kuba bekamen eben diese Kinder eine Chance für ein neues Leben. „Für die Eltern war die Reise ihrer Kinder auf die Insel deren einzige Chance, mit all ihren Tumoren und der Leukämie noch gerettet zu werden. Einige kamen mit ihren Verwandten, andere ohne sie, aber alle wurden Tag und Nacht durch ein umfassendes kostenloses Gesundheitsprogramm aus der Hand kubanischer Ärzte medizinisch versorgt“, so Prensa Latina.

Im 70 Minuten langen Dokumentarfilm kommen zudem Persönlichkeiten wie die Ärztin Dr. Aleida Guevara, Tochter des argentinisch-kubanischen Revolutionärs Ernesto Che Guevara, der Liedermacher Silvio Rodríguez und der verstorbene Schriftsteller Roberto Fernández Retamar zu Wort. Die Regie leitete Ernesto Fontan und produziert wurde der Film von Espacio de la Fraternidad Argentino-Cubana und Carbono Films.

Premiere feiert Tarará derzeit auf der noch bis heute andauernden 8. Auflage der „Argentinischen Dokumentarfilmwoche“, die vom Verband der Regisseure und Produzenten des Dokumentarfilms organisiert wurde. Insgesamt werden dabei neun Spielfilme und zehn Kurzfilme präsentiert.

Quelle: Granma

BILDQUELLEPrensa Latina
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