HomeFeuilletonSportFinale des Alpinen Skiweltcups 2021/22 bestätigt ÖSV-Debakel

Finale des Alpinen Skiweltcups 2021/22 bestätigt ÖSV-Debakel

Mit den letzten Saisonrennen im Alpinen Skiweltcup wurde die österreichische Nullnummer amtlich: Die heimischen Rennläuferinnen und Rennläufer konnten keine einzige Kristallkugel gewinnen – der Nationencup kaschiert dies nicht.

Courchevel/Meribel. Im französischen Hochsavoyen ging am vergangenen Wochenende die Weltcupsaison der Alpinen Skifahrerinnen und Skifahrer zu Ende, wobei auch die letzten Kristallkugeln vergeben wurden. Hierbei setzte es für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) ein Desaster, denn die mutmaßliche „Skination Nr. 1“ ging in allen Disziplinenwertungen leer aus, während man im Gesamtweltcup bei den Triumphen von Mikaela Shiffrin (USA) und Marco Odermatt (Schweiz) ohnedies keine Rolle spielte: Ramona Siebenhofer beendete die Saison 2021/22 auf Rang 12, Matthias Mayer zumindest noch auf Rang 4.

Von den acht kleinen Kristallkugeln, die von der FIS für die Disziplinen Abfahrt, Super‑G, Slalom und Riesenslalom vergeben werden, konnte Österreich keine einzige gewinnen, was man getrost als historisches Debakel bezeichnen darf. Der Vorarlberger Christian Hirschbühl siegte zwar beim einzigen Parallel-Event, aber diese „Saisonwertung“ ist freilich ohne größeren Wert. Ähnliche Nullnummern gab es für den ÖSV bereits 2019/20 – nach dem einschneidenden Rücktritt von Marcel Hirscher –, davor zuletzt in der Saison 1994/95. Abgemildert werden die heurigen Ergebnisse lediglich durch den Gewinn der Weltcup-Nationenwertung, denn hier sammelten die österreichischen Rennläuferinnen und Rennläufer in Summe mehr Punkte als die starke Schweizer Konkurrenz, obwohl nur acht von 74 Einzelrennen einen rot-weiß-roten Sieg erbrachten.

Die Olympischen Winterspiele in Peking, die heuer den Saisonhöhepunkt bildeten, bescherten dem Alpinen Skiteam Österreichs immerhin sieben Medaillen (3xG, 3xS, 1xB) – in Ordnung, aber auch nicht ganz den hohen Ansprüchen entsprechend, denn die Schweiz lag hier deutlich vorne (5xG, 1xS, 3xB). Unterm Strich muss man also von einer überaus unbefriedigenden Saison sprechen, was doch Handlungsbedarf aufzeigt. Das sieht man offenbar auch beim ÖSV so: Die Cheftrainerposten werden für 2022/23 neu besetzt, um zumindest in diesem Bereich neue Impulse zu ermöglichen. Für die kommende Saison, in der auch die Weltmeisterschaft – wie das heurige WC-Finale in Hochsavoyen – stattfindet, braucht es eine deutliche Verbesserung bei Österreichs Alpinen Skisportlerinnen und ‑sportlern.

Quelle: ORF

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