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Gehaltserhöhung für Pflegepersonal in Frankreich

Am 14. Juli – zum Nationalfeiertag – beschloss die französische Regierung eine Gehaltserhöhung von durchschnittlich 183 Euro monatlich für das Pflegepersonal. Präsident Macron inszeniert dies nun als Belohnung für die großartigen Leistungen der Angestellten im Gesundheitswesen während der Corona-Krise. Von einem Erfolg für das Pflegepersonal kann jedoch keine Rede sein.

Frankreich. Sechs Wochen lang hat in ganz Frankreich regelmäßig das Gesundheitspersonal demonstriert und Gehaltserhöhungen gefordert. Angestrebt waren zumindest durchschnittlich 300 Euro mehr pro Monat. Nachdem einige Gewerkschaften drohten, die Arbeit landesweit stillzulegen, konnte ein Kompromiss erzielt werden. Die französische Regierung gestand eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 183 Euro zu. Dem stimmten jedoch nur drei der fünf verhandelnden Gewerkschaftsführer zu, die Confédération générale du travail (CGT) bezeichnet das Ergebnis gar als Parodie.

In den letzten zehn Jahren nämlich gab es für das französische Pflegepersonal keine Lohnerhöhungen, weswegen diese 183 Euro höchstens als etwas höher ausfallende Inflationsbereinigung bezeichnet werden kann. Außerdem werden die Gehälter erst im September um 90 Euro erhöht, im März 2021 dann um die restlichen 93 Euro.

Die Bezahlung des Gesundheitspersonals ist in Frankreich traditionell schlecht. Eine 2019 veröffentlichte Studie der OECD zeigt, dass PflegerInnen in Frankreich nicht nur geringere Löhne erhalten als in den meisten anderen Industriestaaten, die Gehälter sind sogar um zehn Prozent niedriger als der nationale Durchschnittslohn, auch damit befindet sich Frankreich unter dem Standard der OECD-Staaten. An dieser miserablen Situation werden auch die längst fälligen 183 Euro mehr pro Monat nur wenig ändern.

Quelle: Junge Welt/OECD

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