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Italien: Mordversuch an streikendem Arbeiter

Italien/Pontecurone. Im knapp 3.500 Einwohner zählenden Ort Pontecurone im Norden Italiens wurde bei einem Streik am Mittwoch ein Arbeiter schwerverletzt. Die Basisgewerkschaft Si Cobas! hatte zum Streik bei der Kunststoffrecyclingfabrik Miliardo Yida aufgerufen. Der Anlass dafür war, dass sechs Arbeiter vor die Tür gesetzt werden sollen. Si Cobas! betonte allerdings, dass es nicht nur um die Entlassungen gehe, sondern auch ganz allgemein um schlechte Arbeitsbedingungen und die Bedrohung von Arbeitern.

Als sich die Arbeiter mittwochmorgens vor dem Werk versammelten, um den ersten Streiktag zu organisieren, raste plötzlich ein LKW auf die Streikenden zu. Die Kollegen reagierten schnell, sodass niemand zu Tode kam. Einer der Arbeiter wurde allerdings schwer verletzt. Sein Fuß wurde unter den Reifen des LKWs zerquetscht. Nach dem Mord an Adil, ebenfalls ein Gewerkschafter von Si Cobas!, der bei einem Streik von einem LKW überfahren wurde, ist dies der zweite (versuchte) Mord an einem streikenden Kollegen innerhalb kürzester Zeit. Am Steuer des LKWs saß einer der Manager von Miliardo Yida.

Miliardo Yida gehört einem chinesischen Investor und wurde bereits 2019 durch die Guardia di Finanza (italienische Finanzpolizei) wegen unregelmäßigen Beschäftigungen und illegalen Arbeitsverhältnissen sanktioniert. Immer wieder wurden und werden Arbeiter des Unternehmens bedroht und mit Repressionen bedacht, wenn sie die Verhältnisse im Unternehmen anprangern.

Quelle: Senza Tregua/Corriere della Sera

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