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Johannesburg: Toter am Rand von Studierendenprotesten

Studierende protestieren in Südafrika gegen eine Verschärfung des Unizugangs. Die Polizei greift hart ein und tötet einen Unbeteiligten.

Johannesburg/Südafrika. Das neue Studienjahr sollte auch in Südafrika im März starten. Die Lage vieler Studierender und des Volkes in Südafrika war bereits vor der Corona-Pandemie prekär. Mindestens 12 Millionen leiden schon unter „Normazustand“ unter Lebensmittelunsicherheit. Das bedeutet, sie wissen nicht, woher oder ob sie ihre oder eine nächste Mahlzeit bekommen. Im Land herrscht große Ungleichheit und die Wut darüber entlädt sich nur erneut in Studierenden Protesten in Johannesburg rund um die Universität Witwatersrand (Wits – University of the Witwatersrand).

Das Studium an einer Universität ist für viele Schwarze in Südafrika nicht leistbar. Die Kosten der Universitätsausbildung sind schon lange ein Symbol für die herrschende Ungleichheit im Land. Die Universitäten haben Berichten zufolge keine Zulassungen zum neuen Studienjahr für verschuldete Studienende ermöglicht. Deswegen fordern diese im Rahmen der Proteste, dass diejenigen, die der Universität bis zu 150.000 Rand ($9.850) an Gebühren schulden, sich trotzdem für das neue Studienjahr einschreiben dürfen. Hiervon wäre eine Vielzahl von Studierenden betroffen.

Die Polizei ging hart gegen die Proteste vor, eine Person wurde am Mittwoch getötet, als die Polizei Gummigeschosse einsetzte, um eine Gruppe von Studierenden der Wits auseinanderzutreiben. Es gibt Berichte, dass es sich um einen Unbeteiligten handelte, der gerade eine Klinik verlassen habe und gezielt beschossen wurde. Er konnte trotz schneller erster Hilfe nicht gerettet werden. Der Präsident der Wits-Studierendenvertretung, Mpendulo Mfeka, bestätigte Reuters gegenüber, dass man nicht davon ausgeht, dass es sich bei der erschossenen Person um einen Studenten handelt. 

Gegenüber eines nationalen Rafiosenders bestätigte der Polizeisprecher von Gauteng, Captain Kay Makhubela, dass es sich bei dem Toten um einen Mann mittleren Alters handele. Er sagte im Rahmen dessen jedoch nichts dazu, wer den tödlichen Schuss abgegeben hat und das der Vorfall untersucht würde. Viel Hoffnung auf Aufklärung muss man sich sicherlich nicht machen.

Quelle: Socialwatch/DeutscheWelle/Reuters

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