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Klage gegen Bolsonaro in Den Haag

Mit seiner Politik sei der brasilianische Präsident für viele Tote verantwortlich, und er habe durch die Verweigerung von Hilfe Völkermord an der indigenen Bevölkerung begangen, sagt der Gewerkschaftsverband UNISaúde. Deshalb hat er eine Klage beim internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht.

Brasílien/Den Haag. Gewerkschaften aus brasilianischen Gesundheitssektor und Vertreter sozialer Bewegungen haben gegen den Präsidenten Jair Bolsonaro Klage beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht.

„Gravierende und tödliche Fehler“ im Umgang mit Covid-19

Der Gewerkschaftsverband UNISaúde, der mehr als eine Million Angehörige des Gesundheitswesens vertritt, beschuldigt Bolsonaro, „gravierende und tödliche Fehler“ im Umgang mit der Covid-19-Pandemie gemacht zu haben, und wirft ihm Völkermord und Verbrechen gegen die Menschheit vor. Es gebe Indizien hierfür, da seine Regierung der Pandemie „mit fahrlässigen und unverantwortlichen Maßnahmen entgegengetreten ist, die zu den mehr als 80.000 Toten durch die Krankheit beigetragen haben“, so UNISaúde.

Völkermord an Indigenen

Eine Klage wegen Völkermord an der indigenen Bevölkerung in Brasilien ist bereits beim Gerichtshof in Den Haag eingegangen, da Bolsonaro sich geweigert hatte, Maßnahmen zum Schutz von Minderheiten in seinem Land zu ergreifen.

Nach den USA ist Brasilien weltweit am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Über 2,5 Millionen Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 90.383 Brasilianer starben an den Folgen der Viruskrankheit (Stand: 30. Juli). Darunter sind knapp 300 Krankenschwestern und ‑pfleger, die sich während der Arbeit angesteckt haben, und rund 200 Ärzte, wie die internationale Gewerkschaftsföderation UNI Global Union informiert. Im ganzen Land fehlten 18.000 Krankenhausbetten.

Quelle: amerika21.de

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