HomeInternationalesMehr als 7 Millionen unterernährte Kinder am Horn von Afrika

Mehr als 7 Millionen unterernährte Kinder am Horn von Afrika

Verheerende Überschwemmungen, Teuerungen und Krankheiten erschweren das Leben der Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia. UNICEF zufolge leiden sieben Millionen Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung, fast zwei Millionen laufen zurzeit Gefahr, daran zu sterben.

23 Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia leiden neuesten Ergebnissen zufolge unter akuter Ernährungsunsicherheit. Die Zahl der schwer unterernährten Kinder, die sich im ersten Jahresquartal in Behandlung begeben haben, ist nach wie vor viel höher als im letzten Jahr und wird wahrscheinlich noch eine ganze Weile hoch bleiben. Wie aus verschiedenen Berichten hervorgeht, kommt es in dieser Region immer wieder zu Ausbrüchen von schweren Krankheiten wie Cholera, Masern und Malaria.

Die Region erholt sich allmählich von einer schweren Dürre, die erhebliche Schäden angerichtet hat. Aufgrund der unzureichenden Niederschläge in den letzten drei Jahren mussten die dort lebenden Gemeinschaften schwere Verluste bei ihrem Viehbestand, ihrer Ernte und ihren allgemeinen Lebensgrundlagen hinnehmen.

Sieben Millionen Kinder unterernährt

Am Montag veröffentlichte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) eine Pressemitteilung zu den Kindern am Horn von Afrika. Darin wird hervorgehoben, dass Kinder unter fünf Jahren derzeit mit einer beispiellosen Krise konfrontiert sind, zu der weitverbreitete Unterernährung, Vertreibung, Wasserknappheit sowie ein äußerst instabiles und unsicheres Umfeld gehören.

Demnach leiden mehr als sieben Millionen Kinder in diesem Altersspektrum an Unterernährung und benötigen dringend Ernährungshilfe. 1,9 Millionen Jungen und Mädchen laufen außerdem zurzeit Gefahr, an dieser schweren Unterernährung zu sterben.

„Die Krise am Horn von Afrika ist für die Kinder verheerend“, sagte der UNICEF-Regionaldirektor für das östliche und südliche Afrika, Mohamed Fall.

„In den letzten drei Jahren waren die Gemeinden gezwungen, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um zu überleben. Millionen von Kindern und Familien verließen aus purer Verzweiflung ihre Häuser auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Diese Krise hat den Kindern das Wesentliche ihrer Kindheit genommen – genug zu essen, ein Zuhause, sauberes Wasser und die Möglichkeit, zur Schule zu gehen“, sagte Mohamed. UNICEF hat außerdem erklärt, dass die hohen Lebensmittelpreise auf den heimischen Märkten fortbestehen. Diese bringen sowohl Minderjährige als auch ganze Familienhaushalte in große Schwierigkeiten.

Verheerende Klimakrise

Die Klimakrise verschlimmert die derzeitige Lage noch und verstärkt laut UNICEF Massenmigration, Unterernährung und Krankheiten. Die Regenfälle hätten demnach zwar eine gewisse Erleichterung gebracht, aber eben auch zu Überschwemmungen geführt, da der ausgetrocknete Boden nicht in der Lage sei, große Mengen Wasser aufzunehmen.

In Somalia haben die Regenfälle Überschwemmungen verursacht, die Häuser, Ackerland und Straßen beschädigt, Vieh weggespült und zur Schließung von Schulen und Gesundheitseinrichtungen geführt haben. Ersten Schätzungen zufolge sind von den Fluten und Überschwemmungen in ganz Somalia mindestens 460.470 Menschen betroffen, von denen fast 219.000 aus ihren Häusern vertrieben wurden und 22 ums Leben kamen.

Die Überschwemmungen haben auch in mehreren Regionen Äthiopiens zu weitreichenden Zerstörungen und Vertreibungen geführt. Sie haben die Anfälligkeit der bereits stark von der Dürre betroffenen Bevölkerung noch verstärkt, da sich die am stärksten von den Überschwemmungen und der Dürre betroffenen Gebiete überschneiden. Durch die Überschwemmungen haben sich auch die Gesundheitsrisiken, einschließlich der Cholera, verschlimmert. Der derzeitige Choleraausbruch ist einer der längsten, die jemals in Äthiopien verzeichnet wurden.

Quellen: UNICEF / teleSUR

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