Start Internationales Protest gegen Absperrung von Arbeitervierteln in Madrid

Protest gegen Absperrung von Arbeitervierteln in Madrid

Madrid. Die lokale Regierung in Madrid verkündete, wegen der hohen Coronazahlen in verschiedenen Vierteln in Madrid besonders restriktive Gesundheitsschutzmaßnahmen durchzusetzen. Diese Stadtteile, die vornehmlich Arbeiterviertel sind, sollen faktisch abgeriegelt werden. Außerdem soll der Zutritt zu öffentlichen Parks und Gärten eingeschränkt werden und diese teilweise geschlossen werden. All dies soll ab Montag, dem 21. September, also heute in Kraft treten. Hiergegen formierte sich am gestrigen Sonntag Protest in den Stadtteilen, der auch von der Kommunistischen Partei der Arbeiter Spaniens (Partido Comunista de los Trabajadores de España, PCTE) unterstützt wurde.

Dutzende Nachbarschaftsproteste sagten „Nein“ zur „selektiven Gefangenschaft“ in ihren Vierteln. Es wurden dabei mehr Investitionen statt einer Absperrung gefordert. Der Nachbarschaftsverband (FRAVM) übt nicht nur Kritik am katastrophalen Management der Pandemie durch die Regionalregierung, sondern auch an der jahrzehntelangen institutionellen Vernachlässigung, die zu dieser Situation geführt habe.

Die Lage der arbeitenden Klasse

Die Arbeiterviertel erheben sich gegen die Klassenbeschränkung von Isabel Diaz Ayuso (Partido Popular), hält die PCTE fest. Ayuso sperrt die Arbeiter in Madrid ein und Madrid antwortet. Eine solche Form der Gettoisierung ist kein spanisches Phänomen, sondern eines dem Kapitalismus innewohnendes. Diese gab es auch schon in den Zeiten der Industrialisierung. Die Zustände in den Arbeitervierteln zu dieser Zeit beschreibt Friedrich Engels in seinem Text zur Lage der arbeitenden Klasse in England sehr bildlich. Selbstredend unterscheidet sich die Lage der Arbeitenden heute von der zu Zeiten der Industrialisierung, gleichzeitig bewegen sich aber auch die EU Staaten tendenziell wieder in diese Richtung. Der bürgerliche Ökonom Thomas Piketty und sein Team stellten in ihrer Analyse Das Kapital im 21. Jahrhundert bspw. fest, dass wir uns in Staaten wie Deutschland in einer Situation – was Armut und Reichtum – betrifft befinden, die der aus Zeiten der Industrialisierung sehr nahe komme und seither nie wieder so zugespitzt war, wie sie es heute ist. Solche Maßnahmen wie in Madrid zeigen sehr deutlich, dass die Herrschenden an diesen Verhältnissen nichts ändern möchten.

Quelle: ORF/PCTE Madrid/Gacetín Madrid

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