HomeKlassenkampfEliten beraten in Schweizer Nobel-Skiort über globale Ungleichheit

Eliten beraten in Schweizer Nobel-Skiort über globale Ungleichheit

Eingezäunt und schwer bewacht findet in Davos ab heute „endlich“ wieder das Weltwirtschaftsforum statt. Neuerung heuer: Eine Nebenveranstaltung widmet sich psychedelischen Drogen.

Davos. Die selbsternannte „globale Entscheidungselite“ aus Wirtschaft, Politik und Finanzwelt berät ab heute, Sonntag, über die Stabilisierung des Kapitalismus angesichts von Krieg, Inflation und Klimawandel. Denn die wirtschaftliche Ordnung aus den Angeln zu heben, wäre von den Hauptprofiteuren derselben wohl etwas viel verlangt, deshalb beschränken sich die wohlbetuchten Gäste im Luxus-Skiort Davos darauf, durch besorgtes Reden über Nachhaltigkeit, Verantwortung und Fairness der Globalisierung ein nettes Antlitz zu verpassen.

Polizei vermisst Schnee

Nun findet das Weltwirtschaftsforum nicht nur zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie real vor Ort statt, sondern auch ungewohnt nicht im tiefsten Winter. So sind diverse Zugänge schneefrei, was Polizei und Militär vor Ort vor gewaltige Herausforderungen stellt. Schutzzäune wurden mitten auf Feldern aufgestellt, um „Menschen daran zu hindern, die Sicherheit in Davos zu gefährden“. Denn Kritik vor Ort ist absolut unerwünscht und wird mit allen Mitteln unterbunden. Allein die Kosten für den Armeeeinsatz belaufen sich auf 32 Millionen Franken (31 Millionen Euro). Auf jeden der über 2.000 Besucher kommen zwei Schweizer Soldaten.

Wie nicht anders zu erwarten, hält der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videoschaltung eine Ansprache am offiziellen Eröffnungstag Montag (am Sonntag finden jedoch bereits erste Events statt). Zu den Hauptrednern zählen ebenfalls der Generalsekretär des Militärpakts NATO sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Russische Oligarchen sind heuer im Gegensatz zu früher nicht in Davos, dafür jede Menge westliche.

Neben der Hauptveranstaltung, bei der kommerzielle Aktivitäten im engeren Sinn verboten sind, finden auch zahlreiche Nebenevents statt, bei denen zahlungskräftige Organisatoren das Zusammentreffen der weltweiten Wirtschafts- und Politikspitzen und der anhängenden Medienmeute ausnutzen. So gibt es erstmals ein „Haus der medizinischen psychedelischen Drogen“, in dem in über 40 Programmpunkten der Einsatz von bewusstseinsverändernden Substanzen informiert wird – zur Verbesserung der mentalen Gesundheit, versteht sich.

Quellen: Forbes, SRF

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