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Equal Pay Day: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

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Frauen verdienen in Österreich im Schnitt in der Stunde knapp 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das liegt nicht daran, dass diese unsolidarisch sind oder Frauen sich Arbeiten aussuchen, die schlechter bezahlt sind. Grund ist, dass sich die Ausbeuter überkommene Strukturen zunutze machen.

Wien. Der Equal Pay Day wird an verschiedenen Tagen im Jahr begangen – das liegt aber keineswegs daran, dass man sich nicht auskennt oder willkürlich die Situation der arbeitenden Frau schlecht darstellen möchte. Der Equal Pay Day im Frühjahr weist darauf hin, dass Frauen bis zu diesem Zeitpunkt in ihrer Lohnarbeit gratis gearbeitet haben, und der im Herbst darauf, dass Frau, wenn sie ab Jänner gerechnet bezahlt worden wären, ab diesem Zeitpunkt in Relation zu ihren männlichen Arbeitskollegen im Schnitt unbezahlt lohnarbeiten.

Über 60 Tage gratis Lohnarbeit?

Hier zeigt sich schon der Widerspruch in der Formulierung: Wie soll man denn unbezahlt lohnarbeiten, nachdem der Lohn ja den Charakter der kapitalistischen Form von Arbeit ausmacht. Aber es ist so, dass Frauen in Österreich nach wie vor 18,8 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Hiermit liegt die Alpenrepublik oberhalb des EU-27-Durchschnitts von 12,7 Prozent. Frauen lohnarbeiten im Schnitt über 60 Tage gratis, und werden somit besonders ausgebeutet.

Teilzeitfalle

Dieser Sachbestand liegt nicht an den Kollegen, sondern am System und überkommenen traditionellen Geschlechterbildern und ‑verhältnissen, die in Österreich bestehen und sich zunutze gemacht werden. Die unterschiedlich hohe Teilzeitquote ist ein Grund für die hohen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Über alle Altersgruppen hinweg arbeiten deutlich mehr Frauen in Teilzeit. Teilzeit wird im Schnitt pro Stunde geringer entlohnt, was Frauen somit stärker betrifft als Männer. Zudem sind Frauen durchschnittlich kürzer im Unternehmen beschäftigt. Nach der Höhe der Ausbildung müssten Frauen dagegen rein rechnerisch bereits mehr verdienen als Männer. Mutterschaft spielt beim Gender Pay Gap anders als oft angenommen nur eine untergeordnete Rolle. Bei kinderlosen Frauen und Müttern ist die Lohnlücke im Vergleich zu Vätern fast ident, rechnete das Momentum Institut anlässlich des Equal Pay Days vor.

Altersarmut

Diese Ausgangslage hat auch langfristige Konsequenzen für Frauen – nicht nur, dass sie in ökonomische Abhängigkeiten von Partnern und Ehemänner geraten, was weitreichende Konsequenzen für ihre Situation haben kann. Darüber hinaus leiden Frauen häufiger unter Altersarmut, weil entsprechend auch ihre Pensionen geringer ausfallen als die der männlichen Kollegen.

Im Kapitalismus wird also nicht nur die unbezahlte Arbeit von Frauen ganz wunderbar verwertet, sie werden auch noch in der Lohnarbeit besonders ausgebeutet und leiden dann zu allem Überfluss im Alter eher an Armut. Vor diesem Hintergrund fordert die Partei der Arbeit Österreichs unter anderem gleichen Lohn für gleiche Arbeit ebenso wie den Ausbau von Kinderbetreuung und Pflege. 

Quelle: Statistik Austria/APA-OTS

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