HomeKlassenkampfJugendCorona-Krise: Psychischer Druck nimmt auch bei Kindern und Jugendlichen zu

Corona-Krise: Psychischer Druck nimmt auch bei Kindern und Jugendlichen zu

Bereits in der ersten Hälfte des Jahres machte eine Studie der Medizinuniversität Innsbruck darauf aufmerksam, dass der psychische Druck durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders Kindern und Jugendlichen schwer zu schaffen mache. Wie wir bereits damals feststellen mussten, hat die Alltagsstruktur von Kindern und Jugendlichen drastische Veränderungen erfahren: Der eingeschränkte Kontakt zu Freunden, der ungeregelte Schulalltag und die Angst, Großeltern bzw. Menschen, die der Risikogruppe angehören, anzustecken, wirkt sich auf Dauer ungesund auf die Psyche aus. Wie sich dies auf die Kinderpsyche auswirke, ob stärker oder schwächer, hänge maßgeblich vom direkten Umfeld der Kinder ab. So werden Sorgen der Erwachsenen derzeit stärker auf Kinder übertragen, da sie zurzeit mehr damit konfrontiert sind. Jobverlust, Kurzarbeit und finanzielle Schwierigkeiten gesellen sich den psychischen Vorbedingungen der Eltern noch hinzu und wirken sich auch auf die Kinder aus.

Auch die World Health Organization (WHO) wies bereits darauf hin, dass Kinder und Jugendliche nun Sorgen und Ängste erleben würden, mit denen auch Erwachsene konfrontiert seien. Doch insbesondere für junge Menschen würde es sich um eine beispiellose Zeit handeln. Judith Noske, ärztliche Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Standort Hinterbrühl, erklärte im Interview mit dem ORF, dass die Dimension, wie sich der psychische Druck beispielsweise aufgrund der beiden Lockdowns auf die Kinderpsyche auswirken werde, „noch überhaupt nicht abzuschätzen“ sei. Noske stellte zudem fest, dass Kinder oft im Stillen leiden würden und man dies leider nur schwer bemerken würde. „Sehr wohl merkt man aber, dass sich die Kinder und Jugendlichen zurückziehen, dass sie verschlossener und aggressiver sind. Wenn sie ganz aus dem Gleichgewicht geraten, entstehen auch Symptome, die durchaus krankheitswertig sind.“ Es sei demnach „ganz wichtig, auch wenn selber Sorgen da sind, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben.“

Quelle: Zeitung der Arbeit / ORF

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