HomeKlassenkampfKapitalistische Krise lässt extreme Armut anwachsen

Kapitalistische Krise lässt extreme Armut anwachsen

Im Gefolge der kapitalistischen Krise und Corona-Pandemie steigt die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben – bald könnte global wieder die Milliardengrenze erreicht werden.

Washington. Der Internationale Währungsfonds (IWF) weist in einer Erklärung darauf hin, dass seit Beginn der CoViD-19-Pandemie weitere 90 Millionen Menschen in extreme Armut „gerutscht“ sind. Diese Entwicklung betrifft insbesondere die abhängigen Länder, womit die Diskrepanz zu den imperialistischen Zentren weiterhin wächst. Beim IWF geht man davon aus, dass die Einkommen in den „Entwicklungsländern“ bis 2022 generell um 22 Prozent niedriger sein werden, als es ohne Pandemie und Wirtschaftskrise der Fall gewesen wäre. Damit zeigt sich abermals, dass der Kapitalismus nicht in der Lage und auch nicht willens ist, Wohlstand für die Menschheit zu generieren, sondern nur Profite für eine reiche und superreiche Minderheit – erstrecht in der Krise. Der Großteil der Menschen soll lediglich mit dem Nötigsten bedacht werden, denn diese sollen ja weiterhin für die kapitalistischen Gewinn schuften; ein nun wieder wachsender Teil soll aber schlichtweg vor die Hunde gehen: Gemäß den IWF-Zahlen von 90 Millionen ist dies ein Zuwachs von deutlich mehr als zehn Prozent.

Denn schon bislang leben global rund 800 Millionen Menschen in extremer Armut, der Großteil davon in Afrika südlich der Sahara und in Südasien. Dies entspricht fast zehn Prozent der Weltbevölkerung. Definiert wird diese Situation üblicherweise durch ein tägliches Einkommen von weniger als einem US-Dollar pro Tag (nach 1996-Preisen), heute entspricht dies 2,16 Dollar. Die UNO beschreibt extreme Armut als einen „Zustand, der durch einen schwerwiegenden Mangel an menschlichen Grundbedürfnissen gekennzeichnet ist, einschließlich Nahrung, sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen, Gesundheit, Unterkunft, Bildung und Information. Er hängt nicht nur vom Einkommen ab, sondern auch vom Zugang zu Dienstleistungen.“ Die UNO und erstrecht der IWF wissen freilich nicht – oder wollen nicht wissen –, dass dies im Kapitalismus systembedingt ist: Eine kleine reiche Minderheit profitiert vom Ausbeutungssystem, selbst in Krisenzeiten, doch fast 900 Millionen Menschen sind hoffnungslos Hunger, Obdachlosigkeit, Krankheit und Tod ausgesetzt. Mit Verlaub: Der Kapitalismus ist ein unmenschliches Schweinesystem.

Quelle: ORF

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