HomeKlassenkampfKrise trifft Universicherte und kostet Versicherungsschutz

Krise trifft Universicherte und kostet Versicherungsschutz

Innsbruck. In Österreich sind insgesamt wohl etwa 100.000 Menschen bereits zu Beginn der Pandemie ohne Schutz durch eine Krankenversicherung gewesen. Für diese Gruppe ist die Pandemie natürlich eine besondere Bedrohung. In den meisten großen österreichischen Städten gibt es ehrenamtliche Angebote, wo Menschen ohne Versicherung behandelt werden. 

In Innsbruck existiert das Projekt „Medcare“. Die Ordination bietet unversicherten Menschen in Tirol eine soziale und medizinische Basisversorgung. In diesem Jahr wurden 2.000 Behandlungen an mehr als 900 Patientinnen und Patienten durchgeführt. 

Die Betreiber berichten von einem steigenden Bedarf und verweisen darauf, dass in Tirol viele vormalige Saisonarbeiterinnen und ‑arbeiter durch die Krise und deren „Management“ obdachlos wurden und somit ebenfalls auf die Versorgung durch die „Medcare“-Ordination angewiesen sind. 

Die Zahl derer, die in Österreich unversichert sind, ist seit über 20 Jahren tendenziell ansteigend. Die Kolleginnen und Kollegen von Medcare berichten davon, dass die Armut in Tirol immer spürbarer würde. Armut wiederum erhöht Gesundheitsrisiken. Die Krise sowie die steigenden Preise treffen die ohnehin schon gefährdeten Gruppen über die Gesundheitsrisiken hinaus besonders stark. Der Kapitalismus kann dieses Problem nicht lösen, sondern ist dessen Ursprung.

Quelle: ORF/Moment

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