HomeKlassenkampfLebensmittelrettung als Geschäft auf Kosten von Bedürftigen?

Lebensmittelrettung als Geschäft auf Kosten von Bedürftigen?

Lebensmittelretten ist modern für die einen und für immer mehr Menschen aber eine Notwendigkeit. In jedem Fall hat sich ein gutes und profitträchtiges Geschäftsmodell entwickelt, worunter offenbar die Tafeln leiden.

Aufgrund der aktuellen Teuerung steigt bundesweit die Nachfrage in den Sozialmärkten. Neben den Anspruchsberechtigten, die wohl aufgrund der steigenden Preise vermehrt kommen, werden teilweise auch ukrainische Geflüchtete mitversorgt.

Gleichzeitig entwickelt sich schon seit längerem ein boomendes Geschäft, dass sicherlich auch von der aktuellen Teuerung profitiert, da hierdurch die Nachfrage auch weiterhin steigt und die Lebensmittelrettungsprogramme der Konzerne von immer mehr Menschen in Anspruch genommen werden. 

Das scheint auch Einfluss auf Lebensmittelspenden zu haben. Der BVZ gegenüber berichtet die Panonische Tafel beispielsweise davon, dass die Regale aktuell leer seien. Es gäbe einen Rückgang an gespendeten Lebensmitteln und der Ursprung dessen sei die kommerzielle Konkurrenz. 

Es gibt immer mehr Unternehmen und Apps, die noch essbare, kurz vorm Ablaufdatum stehende Lebensmittel vermitteln und Profite damit machen, Lebensmittel zu „retten“. Anstatt dass Lebensmittel an Sozialmärkte und Tafel gespendet werden, werden sie entweder eigenständig verbilligt vertrieben oder über Start-ups verkauft. Profite auf der einen Seite und leere Regale auf der anderen. 

In einer Welt, in der sich immer mehr Menschen einbilden durch ihren Konsum die Umwelt und die Gesellschaft zu retten, greifen viele auf das Angebot zurück, auch die, die es nicht brauchen und es entwickelt sich ein ertragreiches Geschäft.

Es zeigt sich wieder einmal, wie der Kapitalismus sich selbst sein Geschäft schafft, wenn sich außerdem immer mehr Menschen aufgrund der steigenden Preise das Leben kaum mehr leisten können. So wird auch den besonders Bedürftigen immer mehr die Basis für eine vor allem gesunde Ernährung genommen, da Obst und Gemüse stark von eben diesem neuen Geschäft betroffen sind und weniger gespendet werden. 

In der Steiermark gibt die Caritas als Übergangslösung Lebensmittelgutscheine an Berechtigte aus, um den gestiegenen Bedarf zu decken, sodass die Leute in regulären Läden einkaufen können.

Quelle: BVZ/ORF

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