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Produktionsaus für Leib Christi

In der größten Hostienbäckerei des Landes steht das letzte Abendmahl bevor: Die produktionsstärkste Bäckerei von Teigplatten für den religiös-zeremoniellen Gebrauch schließt, denn der gottlose Kapitalismus ruiniert auch Ordensbetriebe.

Mödling. Die kapitalistische Krise fordert ein neues Opfer, dessen Betrieb für immer schließen muss: die größte Hostienbäckerei Österreichs. In der Bäckerei des Steyler Missionshauses St. Gabriel in Maria Enzersdorf wurden zuletzt jedes Jahr noch vier Millionen Stück der runden weißen Oblaten aus Weizenmehl und Wasser zum eucharistischen und sakramentalen Gebrauch produziert, nun ist damit Schluss. Damit geht eine beinahe hundertjährige Betriebsgeschichte zu Ende. Die riesige vollautomatische Waffelmaschine aus dem Jahr 1972 wird mit 30. November 2020 stillgelegt. Die notwendigen Investitionen für eine Weiterführung seien nicht mehr rentabel, zu stark sei die Nachfrage an Hostien zurückgegangen, erklärt Stephan Dähler, Provinzial der Steyler Missionare in Österreich.

Dies hat freilich auch, aber nicht nur mit der aktuellen Wirtschaftskrise und der Corona-Pandemie zu tun, sondern ebenso mit der Tatsache, dass die Zahl der Gläubigen, der Messbesucher und der Messfeiern, aber auch der Mönche und Nonnen seit langem stark abnimmt. Daher ging auch die Hostienproduktion im letzten Jahrzehnt bereits um fast die Hälfte zurück, obwohl das symbolische Abendmahlbrot aus Mödling an Pfarren und Klöster in ganz Österreich geliefert wurde. Im Laufe dieses Jahres, nachdem die Produktion zwischenzeitlich de facto gegen null tendierte, waren die vier betroffenen Bäckereiangestellten, die ihrer Arbeit in Nebenräumlichkeiten der Herz Jesu-Pfarre in Mödling nachgingen, bereits in Kurzarbeit. Nun brauchen sie einen neuen Job, der sich mit Gottes Hilfe – und jener des AMS – hoffentlich bald finden lässt.

Quelle: NÖN

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