Start Klassenkampf Weniger Insolvenzen als 2019 trotz Krise

Weniger Insolvenzen als 2019 trotz Krise

Kärnten/Oberösterreich. Im ersten Halbjahr 2020 liegt die Zahl der Firmeninsolvenzen in Kärnten fast halb so hoch und in Oberösterreich um ein Viertel niedriger als im ersten Halbjahr 2019. Selbiges gilt für Privatinsolvenzen, diese liegen in beiden Bundeländern bei rund der Hälfte im Vergleich zu 2019. Trotz des Lock-downs und dem Verdienstausfall scheinen weniger Insolvenzen gemeldet zu werden. Dies kann zum einen mit Sonderregelungen und Stundungen von Krediten, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen erklärt werden, was bei etlichen Klein- und Kleinstbetrieben nur einen Aufschub der Probleme bedeutet, zum anderen könnten da und dort doch die staatlichen Hilfen zumindest eine Atempause verschafft zu haben. Bei den Privatinsolvenzen wird auch angenommen, dass die Gerichte nach der vorübergehenden Teilschließung in der Lock-down-Phase jetzt überlastet sind, und Insolvenzanträge nur mit einiger zeitlicher Verzögerung bearbeiten können.

Verschobene Pleiten?

Von der bereits begonnenen, aber noch am Anfang stehenden Wirtschaftskrise werden sich viele Betriebe nicht erholen können, zudem läuft für viele auch jetzt das Geschäft alles andere als kostendeckend. Es wird mit einer großen Anzahl an Insolvenzen im Herbst und Winter gerechnet, da diese lediglich aufgeschoben sind. Diese werden insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie, also in Bereichen, die noch nicht so stark monopolisiert sind, die Tendenz der Monopolisierung verstärken. Die großen Konzerne werden überleben, während die kleinen Unternehmer Pleite gehen und Teil der Arbeiterklasse werden.

Quelle: ORF/ORF

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