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Amazon steigt in den Gesundheitsbereich ein

San Francisco. Das Gesundheitswesen verspricht Profite. Diese Aussage mag auf den ersten Eindruck widersinnig erscheinen, jedoch ist unter kapitalistischen Verhältnissen eben dies zentral: Auch im Bereich des Gesundheitswesens steht nicht die Volksgesundheit im Zentrum des Handelns, sondern die kapitalistische Profitlogik ist die oberste Prämisse. Das zeigte sich im Rahmen der Covid-Pandemie weltweit und wurde mit Menschenleben bezahlt.

Die aktuell angekündigte Expansion des US-amerikanischen Online-Handelskonzerns Amazon verdeutlicht dies ebenfalls, denn aus Nächstenliebe steigt er nicht in diesen Bereich ein. Berichten zufolge plant der Online-Riese, den US-Konzern One Medical zu kaufen. Rund 3,9 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) will Amazon demnach auf den Tisch legen, um One Medical zu übernehmen. One Medical betreibt mehrere Kliniken in den USA und hat rund 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit Stand März 2022 soll das Medizinunternehmen in den USA 188 medizinische Büros betreiben und mehr als 8.500 Geschäftskunden haben, so die Berliner Zeitung.

Amazon ist nicht gerade bekannt für seine Menschenfreundlichkeit oder gute Arbeitsbedingungen, vielmehr für das Gegenteil und für riesige Gewinne. Offenbar sieht Amazon also im Gesundheitswesen Geschäftschancen und will damit Geld einnehmen. Neil Lindsay, Senior Vice President von Amazon Health Services, formuliert es laut iTReseller so: „Wir finden, das Gesundheitswesen steht ganz oben auf der Liste der Erfahrungen, die man neu erfinden muss. Einen Termin vereinbaren, wochen- oder sogar monatelang auf einen Termin warten, sich von der Arbeit freinehmen, in eine Klinik fahren, einen Parkplatz finden, im Wartezimmer und dann im Untersuchungszimmer warten, allzu oft ein paar gehetzte Minuten mit einem Arzt, dann einen weiteren Besuch in einer Apotheke – wir sehen viele Möglichkeiten, sowohl die Qualität des Erlebnisses zu verbessern als auch den Menschen wertvolle Zeit in ihrem Leben zurückzugeben.“

Und weiter: „Zusammen mit dem menschenzentrierten und technologiegestützten Ansatz von One Medical glauben wir, dass wir mehr Menschen helfen können, eine bessere Versorgung zu erhalten, wann und wie sie es brauchen. Wir freuen uns darauf, diese langfristige Mission zu erfüllen.“ Das klingt nach einer super Idee, aber man braucht nicht zu denken, dass es hierbei um etwas anderes als Umsätze geht. Durch Technik werden Arbeitsplätze wegrationalisisiert und menschenwürdige Versorgung wird wohl eher Fehlanzeige sein wird, ebenso wie gute Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen, die zum Einsatz kommen. 

Quelle: Berliner Zeitung/iTResellser

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