HomePanoramaDie Affen rasen durch den Schwarzwald

Die Affen rasen durch den Schwarzwald

In Baden-Württemberg ist abermals eine Berberaffenbande auf der Flucht – zum wiederholten Male sind die gefährdeten Tiere aus ihrem Zoogehege entkommen.

Freiburg im Breisgau. Wer glaubt, El Chapo, der Graf von Montecristo, Andy Dufresne oder Captain Mason seien die Ausbrecherkönige, täuscht sich. Hierfür genügt ein Blick in das beschauliche Schwarzwaldstädtchen Löffingen bzw. in dessen Zoo und Freizeitpark „Tatzmania“: Zum bereits dritten Mal binnen zwei Wochen sind nun die Berberaffen aus ihrem Gehege ausgebrochen und in der Umgebung untergetaucht. Schon am 8. April waren 20 bis 25 Tiere ausgebüxt, am 22. folgten vier Artgenossen und am 24. machten sich nochmals zehn Affen aus dem Staub – dabei war man sich im Tierpark noch nicht einmal sicher, ob man überhaupt alle Beteiligten des ersten Fluchtversuches wieder eingefangen hatte. Offenbar haben die Insassen des gerade im Umbau befindlichen Geheges ein Schlupfloch entdeckt – und dieser Weg in die Freiheit wird auch untereinander kommuniziert. Nur die Wärter wissen noch immer nicht, wie die schlauen Primaten entkommen konnten.

Jedenfalls läuft also abermals die Suche nach den Flüchtigen, Autofahrer sind zur Achtsamkeit angehalten, die Bevölkerung möge die Tiere, wenn sie ihr über den Weg laufen, weder einzufangen versuchen noch „ansprechen“ – so die Einsatzleitung. Freilich wurden auch schon Stimmen laut, den für Menschen gänzlich ungefährlichen Affen einfach ihre Freiheit zu lassen. Tatsächlich könnte die klimatisch durchaus widerstandsfähige Makakenart im Schwarzwald tadellos überleben. Doch ist es vielleicht nicht ratsam, die einheimischen Wildtiere durch unbekannte Neuankömmlinge zu irritieren – und außerdem dienen die europäischen Berberaffenprogramme in diversen Zoos der notwendigen Arterhaltung: Der Berberaffe (Macaca sylvanus, ja: „Waldmakak“) gilt als stark vom Aussterben bedroht, gegenwärtig gibt es nur noch rund 10.000 Exemplare, im Norden Marokkos und Algeriens sowie in Gibraltar. Die Populationen wurden durch Zerstörung der Lebensräume und Wilderei stark dezimiert und beinahe ausgerottet. Insofern wäre es wohl besser, die Ausreißer würden wieder in ihr sicheres „Tatzmania“-Gehege zurückkehren. Allerdings sollte dann endlich auch mal jemand das Loch im Zaun finden.

Quelle: baden​.fm

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