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Freibier in Niederkreuzstetten

Niederkreuzstetten. Wir schulden unseren Leserinnen und Lesern noch einen nicht ganz unwichtigen Nachtrag. Wie die „Kronen-Zeitung“ berichtete, gab es bei der Heimkehr der Olympionikin Anna Kiesenhofer aus Japan am vergangenen Sonntag ein großes Hallo in ihrer Heimatgemeinde. Das ist verständlich, schließlich hatte Niederkreuzstetten bis dato niemanden in der Ortschronik, der oder die schon eine Olympiamedaille gewonnen hat, und noch dazu die Goldene.

Die Radrennfahrerin und Mathematikerin kam dementsprechend vielbejubelt an. Zu fast schon mitternächtlicher Stunde versammelten sich laut der Zeitung 300 Menschen, um sie zu begrüßen. Sogar Freibier wurde ausgeschenkt, und so verwundert es nicht, dass es zu dieser Begebenheit kam: „Zu fast mitternächtlicher Stunde erschallte die Landeshymne aus 300 Kehlen, Freibier wurde ausgeschenkt und Reden wurden geschwungen.“ Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Niederkreuzstettner die Landeshymne auswendig kennen. Aber vielleicht hätte jemand darauf hinweisen sollen, dass Anna Kiesenhofer die Goldene für Österreich gewonnen hat, nicht nur für Niederösterreich, also die Bundeshymne angebrachter gewesen wäre, wenn man schon Hymnen singt. 

Dieser Anfall von Landespatriotismus ist jedoch nicht weiter verwunderlich, tummelten sich dort doch auch lokale Politiker von Rang und Namen: So war die ÖVP gleich mit dem Landtagspräsidenten Karl Wilfing und dem Landtagsabgeordneten und Wirtschaftskammerfunktionär Kurt Hackl vertreten, die SPÖ mit Nationalrätin Melanie Erasim. Ob diese irgendeinen Bezug zum Radsport haben oder Anna Kiesenhofer vorher kannten, ist nicht bekannt. Jedenfalls war es ihnen ganz offensichtlich wichtig, sich ein wenig im Glanz der Siegerin zu sonnen.

Ob die Schwester von Anna Kiesenhofer beim nächtlichen Freibierevent anwesend war, wissen wir nicht. Diese erlangte schon vorher Berühmtheit, indem sie einem Reporter von Wolfgang Fellners „oe24tv“ live verkündete, die Goldmedaille ihrer Schwester sei für sie der schönste Tag, seit Wolfgang Fellner weg vom Bildschirm ist.

Quelle: krone​.at

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