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Medikamentensucht in Österreich nimmt zu

Berichte, dass der Medikamentenkonsum während Corona zugenommen hat, sind nichts Neues, das geht selbstverständlich mit einer zunehmenden Zahl an Süchtigen einher. Immer mehr Menschen können ihren Alltag nur mehr mit Schmerz- oder Aufputschmitteln bewältigen. Eine kürzlich veröffentliche Studie geht davon aus, dass in Österreich etwa 300.000 Menschen medikamentensüchtig sind. Neben der Medikamentensucht hat auch der Konsum von sogenannten Genussmitteln – allen voran der Alkohol – stark zugenommen.

Alkohol und Medikamente werden oft aufgrund psychischer Problemen konsumiert, daneben spielen aber auch Aufputschmittel eine immer größere Rolle. Mit zunehmendem Stress und Druck in der Schule, an den Hochschulen und auf der Arbeitsstätte nimmt dier Konsum solcher Mittel zu, um den Anforderungen gerecht zu werden. Probleme, Krankheit, Müdigkeit und Leistungsdruck werden mittels Substanzen behandelt. Medikamente werden als Problemlöser für alles Mögliche beworben und verkauft, für viele der Symptome, die der Kapitalismus in unserer Gesellschaft hervorbringt und das führt vielfach direkt in die Sucht und somit zu neuen Problem. Diese sind nicht sofort spürbar, aber werden auf die Dauer sichtbar. Eines ist klar, das System macht krank und die Medikamente und Alkohol sind keine Lösung. Es braucht einen Ausbau der psychosozialen Betreuungs- und Infrastruktur, des Gesundheitssystems und natürlich Klassenkampf, der den Charakter der Bildung und Arbeit verändert und somit verschiedenen Substanzen überflüssig macht, ebenso wie Aufklärung, Prävention und niedrigschwellige Angebote.

Quelle: ORF

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