HomePanoramaNicht Genügend an Bundesregierung von Wiener Schulsprecher

Nicht Genügend an Bundesregierung von Wiener Schulsprecher

In einem Brief an Bildungsminister Faßmann, Bundeskanzler Kurz und an den Gesundheitsminister Mückstein werfen mehrere Wiener Schulsprecherinnen und ‑sprecher der Regierung vor, einen weiteren Sommer für die Ermöglichung eines sicheren Schulbetriebs verschlafen zu haben.

Wien. Insgesamt 32 Schulsprecherinnen und Schulsprecher haben zusammen einen Brief verfasst und an Verantwortliche der Regierung, darunter Kurz, Faßmann und Mückstein gesendet, um ihren Frust an der Corona-Politik an den Schulen in Österreich auszudrücken, wir berichteten hierzu bereits ausführlich.

Vorgeworfen wird der Regierung, die Schülerinnen und Schüler mit Absicht langsam durchseuchen zu lassen, da bei der hohen Inzidenz der 12–17-Jährigen der Schulstart im Präsenzunterricht ein großes Risiko darstelle. Ebenfalls monieren die Verfasserinnen und Verfasser, dass ein weiterer Sommer nicht genutzt wurde, um Vorkehrung zu treffen, den Unterrichtsalltag sicherer zu gestalten. Erneut sei auf grundsätzliche Maßnahmen wie Luftfilter in allen Klassen verzichtet worden was nun zu den Kurs zum erneuten Distance Learning, das, so die SchülerInnenvertreter, verhindert werden sollte und nicht gewollt ist. Ebenfalls wird eine Impfpflicht bei Lehrpersonal eingefordert.

Die Unsicherheit auf Seiten der Lernenden ist nachvollziehbar und sie beklagen sich wohl zu Recht über mangelnde Solidarität. Bei viel Verzicht, gerade in diesen Altersgruppen, wurde nicht viel zur Wiedergutmachung getan. So mussten auch letztes Schuljahr alle Tests und Schularbeiten ordnungsgemäß in Präsenz abgehalten werden und offizielle Erleichterungen und Anpassungen des Lehrstoffs gab es nicht und wird auch momentan nicht besprochen. Zur gleichen Zeit befinden sich allein Wien bereits wieder hunderte Klassen in Isolation, nachdem mehr und mehr Verdachtsfälle bei den wöchentlichen Testungen auftreten.

Ein Lehrer gab der Zeitung der Arbeit Einblick: „Ja, es wird konsequent getestet, aber durch die fehlenden Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sowie das Schul- und Lehrpersonal, sich angemessen zu schützen und Sicherheitsabstände einzuhalten, hat jeder Verdachtsfall die Folge, dass ganze Klassen wieder den Regelunterricht verlassen müssen. Das ist weder für Lehrende und Lernende ein angenehmer Schulalltag. Trotz dieser Umstände haben sich Schüler und Schülerinnen wohl aktuell keine Erleichterung der Arbeitslast und beim Prüfungsstress seitens des Bildungsministeriums zu erwarten. Darüber hinaus können Lehrende nicht mehr als K1 Personen deklariert werden auch, wenn sie mit einer positiv getesteten Person im Schulalltag in direktem Kontakt waren. Somit werden auch geimpfte Lehrer und Lehrerinnen zu potentiellen Überträgern.“ Ob die heute präsentierte neue Quarantäneregel die Lage verbessert, ist dennoch fraglich. 

Dass Lehrpersonal offenbar generell nicht mehr K1 sein kann, ist eine weitere arbeiterfeindliche Politik, die verdeutlicht, wie verlogen der vermeintliche Gesundheitsschutz ist.

Vonseiten der Regierung jedenfalls bleibt eine Antwort auf das Schreiben bisher aus, doch das stellt nach einem weiteren Sommer voller Däumchendrehen und „Schau ma mal“-Politik keine Überraschung dar.

Quelle: Kleine Zeitung/ORF/Mati Randow via twitter/Zeitung der Arbeit

Der Name des interviewten Lehrers ist der Redaktion bekannt.

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