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Rechtsextremismus im österreichischen Bundesheer

Österreich. Die Wiener Tageszeitung „Der Standard“ hat in der aktuellen Wochenendausgabe eine Übersichtsliste von bekannt gewordenen Fällen veröffentlicht, in denen rechtsextreme Umtriebe von Angehörigen des österreichischen Bundesheeres bekannt geworden sind. Die Liste beläuft sich auf den Zeitraum seit Juli 2021. Alleine für diesen Zeitraum werden 18 Berichte zu unterschiedlichen Fällen gelistet. 

Vonseiten des Bundessheeres ist von „Einzelfällen“ die Rede – eine Diktion, die aus dem Munde der FPÖ als euphemistische Beschreibung ihrer vielfältigen Verbindungen zur rechtsextremen bis faschistischen Szene nur allzu bekannt ist. Vor einem Jahr kam er aus dem Munde der ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die in einem Interview die Möglichkeit ausschloss, dass rechtsextremes Gedankengut in Kreisen des Bundesheeres Fuß fassen könnte. 

Zu den 18 „Einzelfällen“ gehören ein Soldat, der seinen Bart wie Adolf Hitler trug, in der Kaserne als Hitler-Imitator auftrat und mehrmals den verbotenen Hitlergruß zeigte, eine Gruppe von Offizieren, die die rechtsextremen Identitären als „patriotische Jugendliche“ salonfähig zu machen versuchte oder etwa ein Mann, der NS-Inhalte verschickte und ein Sturmgewehr besaß, das aus den Bundesheer-Beständen abgezweigt worden war. Auffällig oft wurden die Fälle im Zuge von Gerichtsprozessen bekannt, in denen es um Verletzungen des antifaschistischen Verbotsgesetzes ging. Auch finden sich in Bundesheer-Liederbüchern nach wie vor Lieder aus der Nazi-Zeit. 

Quelle: Der Standard

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