HomeKlassenkampfDer dritte grüne Gesundheitsminister taumelt am Gängelband der ÖVP durch die Krise

Der dritte grüne Gesundheitsminister taumelt am Gängelband der ÖVP durch die Krise

Die Maskenpflicht in Innenräumen kommt wieder und Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich sollen arbeiten gehen, auch wenn sie noch am Corona-Virus erkrankt sind. „Mit derartigen Plänen spuckt man den vormals gefeierten Held*innen der Pandemie noch ins Gesicht und vermittelt ihnen, dass ihre Gesundheit völlig egal ist – Hauptsache sie funktionieren“ sagt dazu ein Gewerkschaftsvertreter. 

Wien. Nachdem am 5. März fast alle Maßnahmen zum Schutz vor einer Corona-Infektion aufgehoben wurden, und die Regierung die Pandemie durchrauschen ließ, rudert sie jetzt wieder zurück. Nach 50–60.000 täglichen Neuinfektionen in den letzten Tagen, und SOS-Rufen aus den Krankenhäusern kommt zumindest die Pflicht, FFP-2-Masken in Innenräumen zu tragen, wieder. Das gab Gesundheitsminister Johannes Rauch gestern bekannt. Die neuen Regeln sollen ab 23. März gelten.

Kranke Mitarbeiter sollen arbeiten gehen

Die Bundesregierung hat weiters angekündigt „die Absonderungsregeln für Infizierte überarbeiten, um Erleichterungen der Personalsituation, besonders für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime zu schaffen“ was nichts anderes bedeutet, dass die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitswesen und der Pflege arbeiten gehen sollen, auch wenn ihre Corona-Infektion noch nicht vollständig ausgestanden ist.

„So etwas können sich nur Politiker*innen an ihren großen Ministeriums-Schreibtischen ausdenken, die absolut keine Ahnung vom Gesundheitswesen haben. Wir arbeiten in Teams, sind ständig unterwegs, kommunizieren den ganzen Tag mit vielen Menschen. Wenn da auch nur einer oder eine positiv ist, dann kann das zu einer sehr gefährlichen Kettenreaktion führen. Das haben wir in den vergangen Jahren leider oft spüren müssen“ sagt dazu der Gewerkschafter Edgar Martin von der Gewerkschaft younion, und weiter: „Aktuell steigen unsere Personalausfälle täglich an. Alle Erkrankten haben ein Recht darauf, in Ruhe zu genesen. Mit derartigen Plänen spuckt man den vormals gefeierten Held*innen der Pandemie noch ins Gesicht und vermittelt ihnen, dass ihre Gesundheit völlig egal ist – Hauptsache sie funktionieren! Und wie zum Hohn sagen dieselben Politiker*innen, wir sollten einfach weniger testen, denn was wir nicht wissen regt uns nicht auf.“ Er rät allen Kolleginnen und Kollegen auf die Symptome und damit auf die Gesundheit der Kolleginn/inn/en, der Patient/inn/en und der Familien zu achten.

Als dritten Schritt spricht die Bundesregierung eine „Empfehlung für Home-Office“ aus, was ungefähr soviel bewirken wird wie der Großteil ihres Chaos-Kurses, nämlich nichts. 

Nach dem ständigen Hin und Her hat die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung in der Bevölkerung einen Tiefpunkt erreicht und wir haben den dritten grünen Gesundheitsminister, der am Gängelband der ÖVP durch die Pandemie taumelt.

Quellen: sozialministerium​.at/OTS

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