HomePolitikGefälschtes Flugblatt verkündet autofreie Grazer Innenstadt

Gefälschtes Flugblatt verkündet autofreie Grazer Innenstadt

Eine Aktion, die mehr für Empörung sorgte, als sie zum Nachdenken anregte, verkündete unter Verwendung des offiziellen Logos der Stadt Graz eine alsbald kommende autofreie Grazer Innenstadt.

Graz. Das vor wenigen Tagen in der Grazer Innenstadt auf Autos gesteckte Flugblatt wirkt täuschend echt: Unter der Überschrift „Informationspapier der Stadt Graz“ findet man ein Logo der steirischen Landeshauptstadt sowie einen QR-Code. Mit Verweis auf eine von den Fälschern eingerichtete Website wird angekündigt, dass SUVs bis Weihnachten an fünf Tagen in der Woche keine Zufahrt mehr in die Innenstadt erlaubt ist, und ab dann täglich. Ab Mai 2021 soll die Grazer Innenstadt für alle Kfz gesperrt werden. 

Auch diese Website ist – wie das Flugblatt – nicht nur Fake, sondern auch täuschend echt gemacht. Detailliert wird geschildert, wie die zukünftigen Fahrverbote in Graz aussehen sollen – so soll es demnach bis Weihnachten für SUVs an fünf Tagen die Woche ein Fahrverbot geben, danach ein tägliches; alle anderen Autos sollen ab Mai kommenden Jahres folgen. Die für Verkehr zuständige Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr kann dieser Fälschung wenig abgewinnen: „Solch eine Aktion ist kein Denkanstoß, sondern trägt lediglich zu Verunsicherung bei.“ Welches Chaos man mit einer kaum durchdachten Vorgangsweise anrichten kann, zeigt gerade die Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein von den Grünen. Wie es aussieht, sind ihre Pläne für den ersten Bezirk undurchführbar.

Verkürzte Sichtweise

Nun gibt es ein Bekennerschreiben: Demnach hat sich eine Gruppe von anonymen Klimaaktivisten unter dem Titel „For a better Graz“ zusammengetan: Man wollte mit der Aktion „anecken, Diskussionen anregen und aufzeigen, wie die Welt aussehen könnte, in der wir leben“. Dass freilich wieder einmal der motorisierte Individualverkehr als Grund allen Übels herhalten muss, spiegelt die verkürzte Sichtweise vieler sogenannter Klimaaktivisten wieder. Dass oft dieselben Gruppen dafür eintreten, Styropor auf die Häuserfassaden zu kleben und E‑Autos zu fördern, ist durchaus typisch. Mit den massenhaft auch vom Staat geförderten Styropor und XPS-Fassaden wird der größte Sondermüll der Baugeschichte verbrochen, und bei den E‑Autos ist die CO2-Gesamtbilanz schlecht. Es wird Lithium benötigt, das in Kinderarbeit abgebaut wird, und für das man auch bereit ist, Kriege zu führen, und das Entsorgungsproblem der E‑Auto-Akkus ist noch völlig ungelöst. Abgesehen davon stehen die Feuerwehren bei beidem – Fassaden wie E‑Autos – vor riesigen Löschproblemen im Falle eines Brandes.

Es werden – und das ist für Viele in der Klimaschutz-Bewegung nicht untypisch – einzelne Probleme herausgegriffen und überhöht. Dass der Kapitalismus mit jeder vorgeblichen Problemlösung neue Probleme produziert, ist systemimmanent und wird nicht mit autofreien Innenstädten zu lösen sein, sondern nur durch die sozialistische Revolution.

Quellen: steiermark​.orf​.at/FB/Elke Kahr

BILDQUELLEFB/Elke Kahr
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