Start Politik Herzpatient verstorben nachdem Arzt Operationssaal verließ

Herzpatient verstorben nachdem Arzt Operationssaal verließ

Oberösterreich/Linz. Ein Todesfall im Linzer Kepler-Klinikum sorgt derzeit für Aufregung. Ein Patient wurde vergangene Woche wegen eines Aortarisses mit dem Hubschreiben in das Klinikum geflogen. Seine Operation wurde Berichten zufolge durch den Oberarzt der Abteilung Herz‑, Gefäß- und Thoraxchirurgie begonnen. Dieser verließ jedoch die OP des 77 jährigen Patienten und übergab die Operation an einen Assistenzarzt. Der Patient starb im weiteren Verlauf der OP.

Zeitungsberichten zufolge verließ der Oberarzt das Klinikum, um einen Termin in seiner Privatordination wahrzunehmen. Das Krankenhaus hat angekündigt den Fall zu untersuchen und den Sachverhalt zu klären. Die Staatsanwaltschaft Linz ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung.

Das Geschäft mit der Gesundheit

Dieser Fall zeigt wieder sehr deutlich, dass im Gesundheitssystem der Profit im Zentrum steht. Eine Privatordination bietet hier natürlich viel größere Potentiale als eine Notfall-OP im Klinikum, die zu festgelegten Sätzen abgerechnet wird und somit nur begrenzt profitabel ist. In Privatordinationen hingegen, kann man ein großes Geschäft mit den Patientinnen und Patienten machen, die sich dies leisten können. Es werden teilweise x‑fach Sätze verrechnet und nicht unmittelbar gesundheitsrelevante Leistungen erbracht und gewinnbringend abgerechnet. Insbesondere Fachärzte können es sich hier teilweise leisten, sich die besonders zahlungskräftigen Patientinnen und Patienten auszusuchen. Dies hat eine Zweiklassenmedizin zur Folge. Wer es sich leisten kann bekommt alles was er oder sie braucht und noch mehr, während das gemeine Volk schauen muss behandelt zu werden.

Quelle: OÖN/Kleine Zeitung

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