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Wiener Museum verweigert Leihgabe

Wie wir bereits berichteten, jährt sich dieses Jahr der Fall der Hauptstadt der Azteken, Tenochtitlan. Im Zuge der Kolonialisierung Amerikas durch die europäischen Staaten, wurde die Stadt 1521 von den Spaniern erobert. Zu Erinnerung an die Eroberung der Stadt möchte Mexiko gerne den aztekischen Kopfschmuck, die sogenannte Federkrone Moctezumas, ausstellen. Diese befindet sich allerdings im Besitz des Wiener Weltmuseums. Das Weltmuseum verweigert es, das wertvolle Kulturgut, das aus Mexiko kommt, an Mexiko zu verleihen.

Nach der Eroberung der Hauptstadt der Azteken durch die Spanier kam die Federkrone gemeinsam mit anderem Raubgut nach Europa. Wie genau ist bis heute unbekannte. In Europa gelangte die Krone in den Besitz des habsburgischen Kaiser Ferdinand II. Von den Habsburgern ging die Krone in den Besitz des Weltmuseum in Wien über.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen von Seiten Mexikos, dieses wertvolle Kulturgut zurückzuerhalten. Die mexikanische Regierung forderte zuletzt am Jahrestag des indigenen Widerstandes, dem 12. Oktober, die Rückgabe des Kulturgutes.

Die Leihgabe wird von Seiten des Weltmuseums ebenso wie eine Rückgabe mit konservatorischen Gründen verweigert. Die Krone würde dem Weltmuseum zufolge eines Transportes über den Atlantik nicht unbeschadet überstehen. Blanca Barragan Moctezuma, eine angebliche Nachfahrin des letzten Herrschers der Azteken, will nun mittels einer Klage die Herausgabe des Kopfschmuckes erreichen. Von Seiten des Staatssekretariat wird dies nicht kommentiert.

Das Kulturstaatssekretariat sieht seine Verantwortung vor allem im Erhalt dieses „einzigartige und wertvolle Kulturgut für die Nachwelt“ und dieser Aufgabe käme man auch „mit größter Sorgfalt“ nach. Das Weltmuseum schiebt konservatorische Gründe vor und fügt hinzu, dass mexikanische Staatsbürgerinnen und ‑bürger freien Eintritt in das Museum haben. Recht zynisch, wenn man bedenkt, dass 10% Mexikanerinnen und Mexikaner keinen eigenen Zugang zu Trinkwasser haben, geschweige den das Geld für einen Flug nach Wien.

Quelle: ORF/ZdA/ZdA

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